Altes Haus als neuer Treff

Zierenberg: Historischer Fachwerkbau nach vier Jahren Leerstand verkauft

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Holt das Andreaskreuz aus dem Dornröschenschlaf: Sebastian Busch bietet im ältesten Fachwerkhaus Kultur und Catering an.

Zierenberg. Es ist vielleicht das schönste, auf jeden Fall aber ist es das älteste noch erhaltene Fachwerkhaus Zierenbergs. Im Jahr 1567 entstanden, thront das Zaun’sche Haus auch heute noch in der Mittelstraße und wurde im Rahmen der Stadtsanierung von 1988 bis 1995 entkernt, rekonstruiert und aufwändig restauriert.

Glück gebracht hat dem alten Gemäuer, auch besser bekannt als Andreaskreuz, sein neuer Glanz dennoch nicht. Mehrfach wechselten die Pächter der als Gaststätte genutzten Räume, in den vergangenen vier Jahren schlummerte das schmucke Restaurant mit der einzigartigen Atmosphäre schließlich im scheinbar nicht enden wollenden Dornröschenschlaf.

Küche nach Zierenberg

Bis Ende Februar Sebastian Busch kam, und Restaurant samt dazugehöriger Wohnung kaufte. „Ich hatte es schon lange im Auge“, gesteht der Zierenberger, der sich nun in der Mittelstraße einen langgehegten Traum erfüllt. Seit knapp fünf Jahren mit einem Cateringservice erfolgreich, holt der gelernte Koch nun seine Küche nach Zierenberg, die bislang in Calden stationiert war. „Das hat einfach keinen Sinn mehr gemacht, da 95 Prozent meiner Kunden aus Zierenberg kommen.“

Doch im Andreaskreuz soll nicht nur gekocht werden, Busch will das Traditionsgebäude unter dem Namen „Schmeggewöhlerchen“ zu einem Forum für Veranstaltungen machen. „Es soll ein Treffpunkt für die Zierenberger werden, zu welchen Anlässen auch immer“, so der 36-Jährige, der viele Jahre in der Spitzengastronomie verschiedener Park- und Schlosshotels gearbeitet hat. Es müsse auch nicht zwingend ein kulinarischer Anlass sein, um sich im Andreaskreuz zu treffen, vieles schwebe ihm hier vor, von der Ausstellung bis zur Lesung.

Schon bald soll es einmal monatlich einen Sonntagsbrunch geben, über einen regelmäßigen Restaurantbetrieb will Busch aber noch nicht nachdenken. „Für die Zukunft will ich es nicht ausschließen, aber ich möchte zunächst beim Catering bleiben, die Räume für Familienfeiern anbieten, koche außerdem täglich für ältere Menschen und auch für die Kinder der Ehlener Grundschule.“ Die waren es auch, die ihm ein dickes Pappmascheeschwein gebastelt haben, in dem am Sonntag ab 13 Uhr zur Eröffnung Spenden gesammelt werden sollen. Zusammen mit dem Erlös aus dem Getränke- und Bratwurstverkauf will Busch damit das Kasseler Kinderhospiz unterstützen.

Von Sascha Hoffmann

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