Bürgerinitiative möchte erweitertes Tempolimit auf A44

Menschen in Burghasungen und Habichtswald genervt vom Verkehrslärm

Gegen den Lärm: Wilfried Appel, Werner Schneider und Doris Müller (von links) von der Bürgerinitiative Lärmschutz Zierenberg/Habichtswald bekommen Unterstützung vom Landtagsabgeordneten Oliver Ulloth (rechts).
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Gegen den Lärm: Wilfried Appel, Werner Schneider und Doris Müller (von links) von der Bürgerinitiative Lärmschutz Zierenberg/Habichtswald bekommen Unterstützung vom Landtagsabgeordneten Oliver Ulloth (rechts).

Die Bürgerinitiative (BI) Lärmschutz Zierenberg/Habichtswald bekundete erneut ihre Entschlossenheit, auch weiterhin für Lärmschutz entlang der Autobahn 44 zu kämpfen. Dabei unterstützt werden sie vom SPD-Landtagsabgeordneten Oliver Ulloth.

Burghasungen - Seit Anfang des vergangenen Jahres setzt sich die Bürgerinitiative für einen aktiven Lärmschutz wie zum Beispiel einen Schutzwall oder einen Tunnel (Einhausung) an der naheliegenden Autobahn ein, da es im Dorf viel zu laut ist. Um die Gesundheit zu schützen, solle ein Pegel von 65 Dezibel am Tag und 55 Dezibel in der Nacht nicht überschritten werden. In Burghasungen würden sowohl tagsüber als auch nachts deutlich höhere Werte gemessen, heißt es vonseiten der BI.

Das, was sie bislang erreicht hätten, sei nur ein Anfang. Ein Teil der Autobahn, die an Burghasungen vorbeiführt, wurde mit einem Tempolimit versehen. Auf der besagten Strecke gilt nun von 22 bis 6 Uhr 100 km/h für Pkw und 60 km/h für Lkw. Allerdings habe die Regelung einen Haken: Besagte Strecke, auf der das Tempolimit gilt, sei rund 1,4 Kilometer zu kurz. So komme es dazu, dass die Fahrer auf der Autobahn nur auf einer Strecke von 600 Metern langsamer als gewohnt führen und dann wieder beschleunigten, obwohl sich das Dorf noch auf ihrer Höhe befinde. Das Tempolimit habe somit keinerlei Effekt und werde von den Verkehrsteilnehmern weitgehend ignoriert. Die Bürgerinitiative versucht nun mit Ulloths Hilfe, die Strecke des Tempolimits zu verlängern und die Regel so zu erweitern, dass sie nicht nur nachts, sondern auch tagsüber gilt.

Ein weiteres Problem sei der Zuschuss für lärmmindernde Türen und Fenster. Auch hier läuft es nicht rund: „Nicht jedes Haus erfüllt die Kriterien für den Zuschuss“, sagt BI-Mitglied Doris Müller. Ihr Haus liege 50 Meter Luftlinie von der Autobahn entfernt. Trotzdem bekomme Müller keine Zuschüsse für neue Fenster, da zum Beispiel ihre Schlafräume nicht in Richtung Autobahn lägen.

Die Bürgerinitiative will vermeiden, dass der Fokus auf dem passiven Lärmschutz liegt. „Wir wollen einen Schutzwall, eine Schutzwand oder einen Tunnel. Alles andere bringt nicht viel“, so Wilfried Appel und Werner Schneider. Da der Bundesverkehrswegeplan 2030 den sechsspurigen Ausbau der A44 vorsieht, ist entsprechend des Planungsprozederes zu erwarten, dass frühestens 2040 mit dem Bau eines effektiven Lärmschutzes begonnen werden könne.

Ob dies allerdings funktioniert, steht noch nicht fest. Die Bürgerinitiative und Oliver Ulloth arbeiten weiter mit Hochdruck an einer Lösung.

Von Clara Pinto

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