Anwohner können lediglich Zuschüsse für Fenster beantragen

Hessen Mobil erteilt Lärmschutz an der A44 bei Burghasungen Absage

+
Unablässiger Lärm: Vor allem nachts rollen viele Lastwagen auf der Autobahn an Burghasungen (im Hintergrund) vorbei. Dabei wirkt sich die Hanglage des Dorfes besonders negativ aus.

Wer von den Lärm geplagten Burghasungern auf Maßnahmen entlang der A44 gehofft hatte, wurde jetzt bei einer Infoveranstaltung von Hessen Mobil enttäuscht.

Einen aktiven Lärmschutz – wie Lärmschutzwände oder Flüsterasphalt – wird es erst beim geplanten Ausbau der Autobahn geben. Wann dieser erfolgt, konnten die Vertreter von Hessen Mobil nicht sagen.

Auf konkrete Aussagen zum Lärmschutz für ihr Dorf mussten die Besucher lange warten. Eine dreiviertel Stunde referierte Anita Feder-Krantz, Fachgebietsleiterin des Kompetenzcenters von Hessen Mobil, über die komplizierten Berechnungsmethoden zum Lärmschutz, den Unterschied zwischen Lärmvorsorge und -sanierung sowie Grenzwerte. Da aktuell keine wesentlichen Baumaßnahmen an der Autobahn geplant seien, komme im Wesentlichen nur die Lärmsanierung in Betracht, also passiver Lärmschutz durch neue Fenster. Dabei können die Anwohner Zuschüsse in Höhe von bis zu 75 Prozent bei der Behörde beantragen.

Hessen Mobil will die Liste der in Betracht kommenden Grundstücke der Gemeinde zur Verfügung stellen. Die Kommune soll diese veröffentlichen. Anwohner können dann ihre Anträge an das Kompetenz-Center der Behörde richten.

50.000 Autos und Lkw täglich

Die von der Behörde vorgenommenen Berechnungen sehen zwar einen großen Teil der Grundstücke einer hohen Lärmbelastung ausgesetzt. Ob es für die Betroffenen letztlich aber Geld gibt, ist offen. Dazu müssten die Häuser besichtigt und die örtlichen Besonderheiten geprüft werden. Dann könne man feststellen, ob und in welchen Räumen die Werte überschritten würden. Und: „Die Außenbereiche werden bei der Lärmsanierung nicht geschützt“, sagte Fachgebietsleiterin Feder-Krantz.

Bei den Besuchern lösten die Aussagen von Feder-Krantz und ihres Mitarbeiters Hans Wagner Unmut aus. „Die Berechnungen sind auf Verhinderung angelegt“, sagte ein Zuhörer. Die Behörde denke nur ans Kaufmännische und nicht an die Gesundheit der Bürger, ein anderer.

Weit über 50.000 Autos und Lastwagen rauschen täglich an Burghasungen vorbei. Die Berechnungen von Hessen Mobil beruhen auf Verkehrszahlen von 2015. Aktuelle Zahlen erwarte er erst in zwei bis drei Jahren, sagte Wagner.

Ob es für die Anwohner Sinn macht, eine Förderung für einen passiven Lärmschutz zu beantragen, bleibt nach der Veranstaltung fraglich. Denn wenn beim Ausbau der A44 über die Höhe der Lärmschutzwände entschieden werde, könne eine Rolle spielen, ob sich Anwohner mit neuen Fenstern gegen den Lärm gewappnet hätten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.