Damvillers und Zierenberg feiern ihre Freundschaft

Älteste Städtepartnerschaft: Seit 50 Jahren eng verbunden

Eine deutsch-französische Freundschaft wird besiegelt: Die Bürgermeister Jean Franc und Rudolf Walther 1967 beim Festakt zur Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde in Damvillers. Foto: Hoffmann

DAMVILLERS/ZIERENBERG. Wenn sich heute und morgen der Marktplatz im französischen Damvillers in eine farbenfrohe Festarena verwandelt, dann auch und vor allem zu Ehren einer Delegation aus Zierenberg.

Das Warmestädtchen und die kleine Gemeinde in Lothringen haben allen Grund gemeinsam zu feiern: Sie sind schließlich seit mittlerweile fünf Jahrzehnten in einer der ersten Städtepartnerschaften seit Abschluss des deutsch-französischen Freundschaftsvertrags miteinander verbunden.

Damvillers hat an die 700 Einwohner und ist heute der Kernort einer Gemeinschaft von 21 Dörfern. Die Gemeinde liegt zwischen den belgischen und luxemburgischen Grenzen in der Nähe der Stadt Verdun und hat eine bewegte Vergangenheit: Sie war Teil des zu den Spanischen Niederlanden zählenden Herzogtums Luxemburg und wurde 1659 mit dem Pyrenäenfrieden an das Königreich Frankreich abgetreten. Die früheren Beziehungen zu Luxemburg zeigen sich noch heute im Wappen der Gemeinde.

Durch Kriege gebeutelt

Die Weltkriege spielten Damvillers übel mit, ein typisches Bild für die Region sind bis heute die vielen Soldatenfriedhöfe, die an die deutsch-französischen Konflikte erinnern und die Besonderheit einer Freundschaft unterstreichen, die 1967 – nur 22 Jahre nach den Schrecken des Zweiten Weltkrieges – mit einem Festakt zur Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde durch die Bürgermeister Jean Franc und Rudolf Walter in Damvillers besiegelt wurde.

Für Zierenbergs Rathauschef Stefan Denn keine von Politikern gemachte, sondern eine vor allem im kleinen Kreis, zwischen den Kommunen und Menschen, gewachsene Aussöhnung, wie er vor fünf Jahren während seines Rückblicks im Rahmen der Feier zum 45-Jährigen betonte.

Zeit für Anekdoten

Wenn sich die langjährigen Freunde an diesem Wochenende in die Arme schließen, wird sicher auch wieder zurückgeblickt und manch Anekdote ausgepackt. Erinnerungen an Begegnungen, die neben großer Freude vor allem auch immer wieder die Möglichkeit zur Austauscharbeit – beispielsweise zwischen den Gesamtschulen – ermöglicht haben.

Vielleicht steht auch deshalb das Festwochenende zum 50-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft unter dem Motto „Jugend“, zu dem sich zehn Schüler der Zierenberger Elisabeth-Selbert-Schule mit ihren Lehrern aufgemacht haben, um am musikalischen

Programm mitzuwirken und gemeinsam mit den Schulen aus Damvillers den Startschuss für ein von der EU gefördertes Begegnungsprogramm zu geben. Die Gesamtschüler sind nicht allein nach Frankreich gereist. Mitglieder des Partnerschaftsvereins und des Posaunenchores nehmen ebenfalls am Festwochenende teil, wie auch die zehn Radfahrer des Mountainbikevereins, die sich mit ihren Rädern schon am 13. Mai aufgemacht haben – auf eine 650 Kilometer lange Strecke gen Frankreich (HNA berichtete).

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