Bahnhof Oberelsungen: Schandfleck am Ortsrand

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Schandfleck: Der Bahnhof Oberelsungen.

Oberelsungen. Der Bahnhof in Oberelsungen wirkt schon fast gruselig. Alte Kinderfilme liegen im Inneren verstreut, zusammen mit Spielzeug, Graffitidosen und anderem Müll. Aus einem Vordach sprießt inzwischen ein Strauch.

Die Decke im Gebäude ist stark einsturzgefährdet.

Seit der Bahnhof am 8. Juni 2009 zur Versteigerung vom Bundeseisenbahnvermögen freigegeben wurde, verfällt das Gebäude. Ein Mann mit Wohnsitz in Kassel hatte das Gebäude ersteigert, so steht es seit 2011 im Grundbuch. Doch der Eigentümer ist nicht aufzufinden. Grund dafür ist laut Zierenbergs Bauamtsleiter Christian Fischer, dass der Mann keine Adresse angegeben hat: „Wir kennen seinen Namen, können aber keine Bescheide zustellen.“ Schon öfter wurden am schwarzen Brett und in der HNA amtliche Bekanntmachungen veröffentlicht – vergebens. Laut Polizei hätten die Behörden keine Möglichkeit, den Mann ausfindig zu machen. Er könne schlicht in einem anderen Bundesland oder Staat leben.

Somit fällt die Zuständigkeit für Bau- und Sicherungsmaßnahmen dem Landkreis zu und nicht der Stadt Zierenberg, wie Christian Fischer erklärt. 2010 wurde die Bauaufsicht von der Kurhessenbahn zum ersten Mal auf das Problem hingewiesen. Gottfried Henkelmann von der Bauaufsichtsbehörde erklärt das Problem: „Eigentum verpflichtet. Aber wir dürfen nicht nichts machen.“ Solange das Gebäude nicht einsturzgefährdet ist, machen Henkelmann und seine Kollegen das nötigste, um dies zu verhindern. Dabei kommt es jedoch immer wieder zu Zwischenfällen. Erst vor einigen Wochen wurden einige Bretter von Unbekannten zerstört, um sich Zutritt zu verschaffen.

Regelmäßig begutachten Statiker Gebäude wie in Oberelsungen. Im Juni 2011 beispielsweise stürzte in der Glockenstraße in Bründersen eine Fachwerkruine ein. „Die Bauaufsicht kämpft im gesamten Kreis immer häufiger mit solchen Problemen.“

Immer wieder Probleme

Über die Jahre kommt es immer wieder zu Vandalismus auf dem Gelände. Die Bauaufsicht vernagelt regelmäßig Türen und Fenster, diese werden dann wieder aufgebrochen. Unbekannte verschaffen sich so Zutritt, sprühen Graffitis, laden Müll ab und ähnliches. Eine Person hat wohl versucht, den Erker einzureißen, indem ein Seil um das Gitterfenster gespannt und es mit einem Auto herausgerissen wurde. Die Bauaufsicht beseitigte den Schutt und sicherte das Gebäude – erneut. Die den Schienen hingewandte Seite ist wieder vernagelt. Das Gebäude sollte unter keinen Umständen betreten werden: Die Decke ist einsturzgefährdet, und Teile des Fußboden fehlen.

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