95 Igel gerettet

Betreiber der Igel-Arche wehrt sich gegen Vorwürfe des Veterinäramtes

+
Igel in der Kiste: In solchen Behältnissen wurden die Tiere einzeln gehalten.

Zierenberg. Nachdem das Kreisveterinäramt in diesen Tagen 95 Igel aus schlechter Haltung in Zierenberg (Kreis Kassel) befreit hatte, schlagen die Wellen hoch. 

Per Mail, Online und über Facebook wird heftig über die Igel-Arche diskutiert.Auch der Betreiber der Einrichtung hat sich inzwischen zu Wort gemeldet: „Meine Igel waren gut versorgt. Nun müssen einige der Babys sterben, weil sie nicht alle zwei Stunden mehr gefüttert werden. Ich hatte im Haus nur wirklich schwere Fälle“, sagt er. Jeder Igel habe in der Arche eine eigene Box gehabt, die täglich frisch mit Handtuch und Zeitungspapier ausgestattet worden sei. „Hier konnten die Tiere jederzeit heraus und wieder hinein klettern.“ Er habe alle täglich versorgt und gefüttert. Die Igelbabys seien nicht in seiner Einrichtung geboren, sondern wären ihm gebracht worden.

„Der Fußboden ist verschmutzt, das stimmt“, räumt der Igel-Archen-Betreiber ein, allerdings habe er schon die Fliesen bestellt, um den Belag zu ersetzen. Trotz Haltungsverbot, hätte er nicht wegschauen können, wenn ihm Notfälle gebracht worden seien. „Ich habe auch keine Dauerhaltung, sondern setze die fitten Tiere wieder draußen aus. Jede Woche sind 40 neue Igel dazugekommen.“

Vorwürfe an Veterinäramt

Vorwürfe richtet der Betreiber der Igelarche an das Kreisveterinäramt. Die Auflagen der Behörde habe man ihm nie schriftlich mitgeteilt. Es stimme auch nicht, dass er keinen Sachkundenachweis habe. „Zwei Mitglieder des Vereins haben die Prüfung beim Tierschutzbund absolviert“, sagt er.

Durchweichter Boden: Dieses Bild bot sich den Mitarbeitern des Veterinäramtes und der Polizei beim Besuch in der Zierenberger Igel-Arche. Überall im Haus fanden sie frei herumlaufende Igel.

Viele Tierfreunde, die ihre Igel nach Zierenberg brachten, sind ratlos, weil sie von der Einrichtung einen positiven Eindruck gewonnen hatten. Eine Leserin schreibt, dass sie ein Tier zur Igel-Arche gebracht und sich dort längere Zeit im Gartenbereich aufgehalten habe. Dort sei ihr nichts aufgefallen, der Betreiber habe sich sehr gut um den mitgebrachten Igel gekümmert. Er sei entfloht und entwurmt worden. Eine ähnliche Erfahrung hat ein Vellmarer in der vergangenen Woche gemacht. Im Haus waren beide allerdings nicht.

Laut Kreissprecher Harald Kühlborn habe es, was den Außenbereich angeht, keine Beanstandungen gegeben. Deshalb sei die schlechte Haltung der Tiere im Haus auch nicht früher aufgefallen. Tatsächlich seien die Igel einzeln in den weißen Plastikkästen untergebracht gewesen. Viele hätten Enzündungen an ihren Füßchen gehabt, weil diese von den Exkrementen in den Kisten gereizt gewesen seien.

Hier geht es zur Homepage der Igel-Arche:

www.igel-arche.de

Veterinäramt beschlagnahmt 95 Igel in Zierenberg

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.