Wohnwagen ohne Camper

Betreiber in Zierenberg hoffen auf Öffnung vor Ostern

Eigentlich ein schönes Wetter, um zu campen: Wohnwagen sind da, aber ihre Besitzer fehlen. Zurzeit sind Anreisen verboten. Tagsüber kommen ab und zu nur mal Dauercamper aus Kassel, die auf ihren Plätzen nach dem Rechten sehen.
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Eigentlich ein schönes Wetter, um zu campen: Wohnwagen sind da, aber ihre Besitzer fehlen. Zurzeit sind Anreisen verboten. Tagsüber kommen ab und zu nur mal Dauercamper aus Kassel, die auf ihren Plätzen nach dem Rechten sehen.

Unbenutzte Wohnwagen auf ihren Stellplätzen, die Vögel zwitschern, aber kein Camper ist zu sehen. In der Gaststätte „zur Warme“ ist es kalt und die Küche ist verlassen.

Zierenberg – Es fehlt der Geruch von gezapftem Bier und frisch zubereitetem Essen in der Nase. Kein Geräusch ist zu hören. Wo sich sonst Gäste bei einer köstlichen Mahlzeit lautstark unterhalten, stehen zurzeit leere Tische.

Aufgrund des Lockdowns werde derzeit nur sonntags von 12 bis 14 Uhr und von 17 bis 19.30 Uhr Essen angeboten, beschreibt Angelika Bachmann, Campingplatzleiterin und Gaststätteninhaberin, die aktuelle Situation. Die Leute rufen an und bestellen vor, am Ende bekommen sie eine Uhrzeit genannt, wann ihre Bestellung ungefähr fertig sei. Damit nicht zu viele Gäste auf einmal kommen, sei die Abholung im Zehn-Minuten-Rhythmus geregelt. Das Angebot werde gut angenommen, freut sich die Besitzerin. Wegen der Schließung im November sind die Einnahmen an den Weihnachtstagen weggefallen. Normalerweise sei immer eine große Kundschaft an den Feiertagen gekommen.

Angelika Bachmann ganz allein in ihrer Gaststätte: Nur sonntags herrscht immerhin etwas Betrieb. Mittags und abends kann man sich hier etwas zu Essen holen.

Auch auf dem Campingplatz sind die Folgen der Pandemie zu spüren. Auf dem Stellplatz gebe es Dauercamper, die ihre Wohnwagen stehen lassen, und Durchgangscamper, die beispielsweise in den Urlaub unterwegs seien und nur einen Zwischenstopp einlegen. Vor allem die holländischen Gäste fehlen seit Corona, bedauert Bachmann, im letzten Sommer seien höchstens mal ein paar Dauerplatzbesitzer in den Ferien da gewesen.

Es habe auf jeden Fall auch weniger Buchungen als sonst gegeben. Manche Gäste wollten das Campen mal ausprobieren oder haben hier nach einem Platz gefragt, wenn andere Stellplätze bereits voll waren. Dieser Campingplatz sei niemals ausgebucht gewesen. Aktuell übernachte hier eventuell mal ein Straßenbau-Mitarbeiter. Deshalb seien auch die Waschhäuser offen und müssten beheizt werden. Außerdem kommen Dauercamper aus Kassel tagsüber vorbei, um auf ihren Plätzen nach dem Rechten zu sehen.

Aus dem gleichen Grund ist auch Bachmann immer wieder vor Ort, um alles im Blick zu behalten. Zusätzlich kümmert sie sich um den nebenherlaufenden Gasverkauf, eine der wenigen Geldeinnahmequellen in der aktuellen Situation.

Die Leute müssen vorher anrufen und können sich dann das Gas am Wochenende abholen, erklärt die Campingplatzverwalterin. „Wo es so kalt war, wurde viel Gas verkauft.“ Bezüglich der Gaststätte meint sie, dass das Geschäft zwar liefe, aber es hätte besser sein können. Im Falle der Lockerungen für den Gastronomie-Außenbereich sei bereits ein Zelt in Planung und Heizstrahler, damit die Gäste draußen sitzen könnten. Im Zuge dessen werden eventuell auch die Öffnungszeiten angepasst.

Eine Idee sei hierbei, von 15 bis 20 Uhr zu öffnen, länger wolle kein Gast im Dunkeln draußen sitzen. Sonst könne nichts geplant werden, sagt Bachmann, alles hänge mit den weiteren Lockerungen der Regierung zusammen.

In Bezug auf den Campingplatz hofft sie auf eine Wiedereröffnung noch vor Ostern oder zumindest danach. Eine Familie habe wegen der Feiertage nachgefragt. Sie dürfe gern kommen, wenn es bis dahin wieder erlaubt ist, hofft Bachmann. (Katharina Jäger)

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