„Du bist Schöffe, basta“: Schäfer und Gerhardt seit 40 Jahren im Gericht

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Seltenes Jubiläum: Für über 40-jähriges ehrenamtliches Engagement im Ortsgericht Zierenberg zeichnete der Kasseler Amtsgerichtspräsident Wolf Winter (rechts) Horst Schäfer und Heinrich Gerhardt (links) aus. Erster Gratulant war Bürgermeister Stefan Denn (Zweiter von links).

Zierenberg. Horst Schäfer als Ortsgerichtsvorsteher für Burghasungen und Oelshausen sowie Heinrich Gerhardt als Schöffe im Zierenberger Gericht sind seit über 40 Jahren im Dienst.

„In einer Zeit, wo es auf allen Ebenen immer schwieriger wird, Menschen zu gewinnen, die sich ehrenamtlich für die Allgemeinheit einbringen, haben Bürger, die sich über Jahrzehnte hinweg im Ehrenamt engagieren, Respekt verdient.“ Mit diesen Worten würdigte Wolf Winter, Präsident des Amtsgerichts Kassel, die Arbeit von Horst Schäfer und Heinrich Gerhardt. Er zeichnete beide im Vorfeld der Magistratssitzung der Stadt Zierenberg aus.

Der heute 73-jährige Burghasunger Horst Schäfer: „Zu dem Job bin ich wie die Jungfrau zum Kind gekommen.“ Vor über 40 Jahren arbeitete er in seinem Garten, als der damalige Bürgermeister August Appel ihn über den Gartenzaun ansprach: „Horst, wir brauchen einen Schöffen für das Ortsgericht. Das machst du ab sofort, basta.“

Arbeiten selbst an Weihnachten

Inzwischen ist Horst Schäfer Ortsgerichtsvorsitzender und erledigt jährlich rund 80 Aufgaben. Schwerpunkte dabei sind: Beglaubigungen von Unterschriften und Abschriften, Erteilung der Sterbefallanzeige an das Amtsgericht, Sicherung des Nachlasses, Festsetzung und Erhaltung von Grundstücksgrenzen sowie Gebäude- und Grundstücksschätzungen. „Feste Sprechzeiten gibt es nicht. Ich bin immer für die Bürger da“, sagte Schäfer. Einmal war er selbst an einem der Weihnachtsfeiertage aktiv. „Da kam ein Ortsbewohner zu mir, der am Folgetag nach Australien reiste und noch 40 Urkunden beglaubigt haben wollte. Ich habe ihm den Wunsch erfüllt. Weil es mir Freude macht, den Leuten zu helfen.“

Wie der 65-jährige Zierenberger Landwirt Heinrich Gerhardt vor 40 Jahren zu seinem Ehrenamt als Ortsgerichtsschöffe kam, daran kann er sich nicht mehr erinnern. „Zu Beginn habe ich mich schon gefragt, ob ich dieser Aufgabe gerecht werden kann. Rückblickend jedoch möchte ich keine Stunde missen und bin dankbar dafür, dass ich meinen Mitbürgern helfend mit Rat und Tat zur Seite stehen kann“, sagte Gerhardt.

Von Reinhard Michl

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