Rentner-Ehepaar hat die streng geschützte Staude gezogen

Brennender Busch steht in Zierenberger Garten

Zierenberg. Den Zierenbergern Anneliese und Werner Seiz steht die Freude ins Gesicht geschrieben: In ihrem Garten wächst Diptam in voller Blüte, eine in unseren Breiten extrem seltene Pflanze, die unter Naturschutz steht.

„Ich glaube, dass es die in ganz Nordhessen bisher nicht gibt“, meint der 83-jährige Zierenberger. Allerdings habe er mal gehört, dass ein einzelner Busch im Altenhasunger Naturschutzgebiet gestanden hat. Durch die Klimaerwärmung komme die Staude, die im Volksmund „Brennender Busch“ oder Feuerpflanze genannt wird, hier besser zurecht. Ihre Besonderheit: Diptam kann bei heißem Wetter so viele ätherische Öle ausstoßen, dass sich der Busch selbst entzündet. Das Berühren von Blättern und Samenkapseln kann sogar zu Brandblasen führen.

Das Ehepaar Seiz hat sich den Samen schicken lassen. In ihrem Garten im Altenhasunger Weg gibt es noch andere seltene Pflanzen, von denen die beiden Samen von ihren Reisen mitgebracht haben. „Wir sind Hobby-Botaniker“, erklärt Werner Seiz. Ihre Liebe gilt in erster Linie aber Orchideen. Deutschlandweit sind die beiden mit anderen Orchideen-Liebhabern vernetzt und touren regelmäßig durch Europa, um diese Blumen zu fotografieren. „Wir waren sogar schon in Grönland. Selbst da wachsen Orchideen“, berichtet die 84-jährige Zierenbergerin.

Wenn die beiden Senioren losziehen, arbeiten sie mit moderner Technik. Sie geben in ein GPS-Gerät, einem System zur Positionsbestimmung und Navigation mithilfe von Satelliten, die Koordinaten der Blumenstandorte ein und können sie so leicht finden. In diesem Jahr geht es im Herbst noch nach Mallorca und Madeira.

Bis es so weit ist, will das Ehepaar erst mal den Garten genießen. Inzwischen stehen auch die Ableger des Diptam im Vorgarten in voller Blüte und verbreiten ein himmlisches Aroma nach Zitrone, Zimt und Vanille.

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