Jetzt hörte ihnen Thomas Viesehon zu

Burghasunger kämpfen seit Jahren gegen Lärm an A44

Der Krach kommt von der A44: Die Menschen in Burghasungen müssen seit vielen Jahren mit der Lärmbelästigung leben. Für die Zukunft wünschen sie sich einen Schallschutz. Foto: Hoffmann

Burghasungen. Wenn es ein Thema gibt, das die Menschen in Burghasungen dauerhaft bewegt, dann ist es die unmittelbar unter dem Zierenberger Stadtteil verlaufende A44.

Seit Jahrzehnten erhitzt sie die Gemüter, stört nicht nur den einst traumhaften Blick zum Hohen Dörnberg, sondern verdirbt mit störendem Verkehrslärm manch sonnigen Tag auf der Terrasse und, noch viel gravierender, raubt mit vorbeirasenden Autos und Lastwagen in der Nacht einigen Bürgern den Schlaf.

Dass sich das Verkehrsaufkommen nach den 1990er-Jahren stark erhöht hat, davon können die Burghasunger ein Lied singen, die sich mit ihren Sorgen und Nöten von der Politik allein gelassen fühlen. „Die wissen ja gar nicht, wie es uns hier geht“, so eine verärgerte Anwohnerin am Mittwochabend während einer Info-Veranstaltung in der Gaststätte Gerhold, zu der die CDU mit ihrem Bundestagsabgeordneten Thomas Viesehon eingeladen hatte. „Die haben keine Ahnung, was hier in der Nacht für ein Krach ist.“ Auch Viesehon selbst kann sich in die Situation nur hinein fühlen, er selbst lebt im Volkmarser Stadtteil Hörle, zwischen drei Bergen gelegen, so dass er die A44 bei entsprechendem Wind höchstens einmal als leises Rauschen wahrnimmt. Doch er nimmt die Betroffenheit der Burghasunger ernst und will ihnen nun mit seiner Funktion im Verkehrsausschuss zur Seite stehen.

Für Ausbau stark machen 

Im Bundesverkehrswegeplan (BVWP), Grundlage für den Erhalt und Ausbau des Verkehrsnetzes bis zum Jahr 2030, sei der Ausbau der A44 zwischen den Anschlussstellen Kassel-Wilhelmshöhe und Zierenberg bereits enthalten. Genau da wolle er ansetzen und sich für einen sechsspurigen Ausbau auch entlang Burghasungen stark machen. Kurzfristig allerdings könne er nichts tun, da es sich bei der Trasse aktuell um eine Bestandsstrecke handele. „Über Lärmschutzmaßnahmen wird realistisch erst nachgedacht, wenn ein weiterer Ausbau stattfindet“, so Viesehon. „Die sind im Übrigen auch nicht ganz einfach, da der Ort so deutlich höher liegt als die Autobahn, mit einem einfachen Wall oder einer üblichen Wand ist es nicht getan.“

Aktuell gehe es darum, nach Vorlage des BVWP Ansprüche zu generieren, hierfür laufe derzeit das Projektinformationssystem beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, in dem jeder online seine Stellungsnahme zu den Entwürfen abgeben könne, bevor aus den Entwürfen Ende des Jahres oder Anfang nächsten Jahres echte Ausbaugesetze würden. Das wollen auch die Burghasunger nutzen, der Ortsbeirat plant hierzu für kommende Woche eine Info-Veranstaltung.

Stellungnahmen abgeben 

Die Aufstellung des BVWP 2030 erfolgt unter deutlicher Ausweitung der Öffentlichkeitsbeteiligung. Während des sechswöchigen Beteiligungsverfahrens haben alle Interessierten bis zum 2. Mai die Möglichkeit, sich zum BVWP zu äußern. Teilnehmen können alle natürlichen und juristischen Personen mit Sitz in Deutschland. Die Teilnahme ist somit auch Unternehmen, Verbänden, Bürgerinitiativen oder wissenschaftlichen Institutionen gestattet. Nach Auswertung der Stellungnahmen werden etwaige Änderungen am BVWP vornehmen. Die auf diese Weise überarbeitete Fassung ist Grundlage für den Beschluss des BVWP 2030 im Bundeskabinett. Zur Internetseite geht es hier.

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