Canicross: Hund und Halter laufen durch die Natur

Zierenberg. Im Nebeldunst ist niemand zu sehen, aber die Hunde hört man schon aus der Entfernung: Sie sind aufgeregt und bellen voller Freude.

Trotz Temperaturen um den Gefrierpunkt haben sich auch an diesem Morgen wieder einige Läufer mit ihren Hunden auf dem Hohen Dörnberg getroffen. Sie gehen einem Hobby nach, das in Deutschland noch recht unbekannt ist: Canicross - Laufen mit Hund im Gelände.

Über eine flexible Leine mit Ruckdämpfer sind Hund und Läufer miteinander verbunden. Wichtig ist auch der „Panikhaken“ an der Leine, der sich im Notfall - zum Beispiel bei Stürzen - öffnet. Der Läufer trägt außerdem einen speziellen Bauchgurt, an dem er die Leine befestigt wird.

Training bei jedem Wetter

Unter der Leitung von Thomas Werner treffen sich das ganze Jahr über interessierte Sportler, um mit ihren Hunden gemeinsam draußen zu trainieren. Heute ist der „harte Kern“ gekommen, wie Werner die vier versammelten Teams lachend nennt. Seine beiden Hunde Fleck und Rigsby, Alaskan-Huskys, sind sichtlich begierig auf den Start ihres Trainings. Ihnen liegt Laufen im Blut. Auch Werner betont: „Das sind absolute Arbeitshunde. Einen Husky muss man sportlich auslasten, sonst ist er nicht glücklich.“

Nicht nur Schlittenhunde, auch Jagdhunde oder Mischlinge können beim Canicross antreten. Auch bei den Läufern gilt: Mitmachen kann Jeder. Bei der Gruppe handelt es sich nicht um einen Verein mit festen Trainingszeiten.

Ehrenamtliche Arbeit

„Wichtig ist nur, dass der Hund bereits erzogen ist. Sonst klappt Canicross nicht“, erklärt Werner. Er organisiert ehrenamtlich die Lauftreffen auf dem Hohen Dörnberg. Neue Läufer, auch ohne Hund, sind jederzeit willkommen. Auch Thorsten Raasch bietet Lauftouren in Kassel und dem Umland an.

Sie trotzen Nebel und Kälte: von links Thorsten Raasch, Renate Trebing, Thomas Werner und Nils Trebing betreiben mit ihren Hunden begeistert die noch unbekannte Sportart Canicross. Sonntags laufen sie gerne auf dem Hohen Dörnberg.

Nach einer kurzen Absprache geht es für die Teams los. Die Hunde hängen sich auf Kommando stark in die Leinen und sind schon bald mitsamt Läufern im Nebel verschwunden.

Schon nach den ersten Metern wird klar, warum für Canicross dringend ordentliches Schuhwerk erforderlich ist: Im Gelände ist man ohne Profil unter den Sohlen verloren. „Mit normalen Straßenschuhen sollte man auf keinen Fall laufen. Da ist das Verletzungsrisiko viel zu groß. Am besten sind Lauf- oder Trailschuhe“, sagt Raasch, selbst erfahrener Läufer. „Natürlich kostet es bei dem Wetter Überwindung, zu laufen. Auf der anderen Seite vermisst man den Sport auch, wenn man mal einige Zeit aussetzt“, sagt Renate Trebing, die mit ihrem Rüden Sammy erst seit dem Sommer mitläuft. Ein Video dazu unter www.hna/wolfhagen/de

Hintergrund

Canicross ist eine in Deutschland noch recht unbekannte Sportart, bei der Hund und Halter gemeinsam querfeldein laufen. In Nordhessen gibt es mehrere Lauftreffs für Anfänger und Fortgeschrittene.

Interessierte Läufer mit und ohne Hund können sich auf den Internetseiten

www.lauf-mit-spaß.de oder www.hundebox.de Kontakt zu Trainern und Gleichgesinnten aufnehmen. Dort gibt es auch Informationen zu Wettkämpfen oder anderen Veranstaltungen.

Von Christine Heinz

Rubriklistenbild: © Heinz

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.