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Der Jahresausblick für Zierenberg: Bürgerhaus hat höchste Priorität

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Von: Paul Bröker

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Beschädigt seit Mai 2022: Die Sanierung des Bürgerhauses an der Dörnbergstraße 31 kommt bislang nicht voran. In diesem Jahr soll sich das nach dem Willen von Bürgermeister Rüdiger Germeroth ändern. Archivoto: Monika Wüllner
Beschädigt seit Mai 2022: Die Sanierung des Bürgerhauses an der Dörnbergstraße 31 kommt bislang nicht voran. In diesem Jahr soll sich das nach dem Willen von Bürgermeister Rüdiger Germeroth ändern. ©  Monika Wüllner

Was sind die zentralen Vorhaben in diesem Jahr in den Städten und Gemeinden des Wolfhager Landes? Wir haben mit den Bürgermeistern gesprochen. Heute der Jahresausblick für Zierenberg.

Zierenberg – Auf die Warmestadt warten für 2023 viele Aufgaben. Bürgermeister Rüdiger Germeroth (SPD) hat den Haushalt bereits im Parlament vorgestellt. Gegenüber unserer Zeitung geht er auf die Projekte ein, die die Stadt anpacken will:

Versammeln

Der im Mai 2022 entstandene Wasserschaden im Bürgerhaus an der Dörnbergstraße beschäftigt den Bürgermeister weiterhin. Es sei sofort eine Haustechnikfirma beauftragt worden, um den Schaden zu reparieren. „Wir warten leider bis heute darauf“, sagt Germeroth. Das beauftragte Planungsbüro soll an Personalnot leiden. 600 000 Euro sind für die Sanierung im Haushalt vorgesehen.

In Oelshausen und Burghasungen stehen zudem die Sanierungen der Dorfgemeinschaftshäuser (DGH) an. Das soll laut Germeroth nicht auf die lange Bank geschoben werden. Jedoch habe das Bürgerhaus als Magnet für die ganze Stadt Priorität. Die Planung für die DGH verursacht je 50 000 Euro Kosten.

Wohnen

Drei Hektar, 30 Bauplätze, gemischte Bebauung, überwiegend Einfamilienhäuser: Dies sieht die Aufstellung vor, die derzeit für das Baugebiet Vor der Warte II geplant ist, wie Rüdiger Germeroth berichtet. „Das Grundstück haben wir bereits gekauft.“ Für die Planung seien 100 000 Euro im neuen Haushalt veranschlagt. „Wir haben eine hohe Nachfrage nach Grundstücken von jungen Familien im Ort“, sagt der Bürgermeister.

Rüdiger Germeroth Bürgermeister
Rüdiger Germeroth, Bürgermeister © Privat

Zugleich soll seniorengerechtes Wohnen ausgebaut werden. Dabei beteiligt sich die Stadt jedoch nicht selbst. Direkt beim Bahnhof will ein privater Investor Mehrfamilienhäuser bauen. In diesem Jahr soll dies geplant werden. Dazu soll das Industrie- in ein urbanes Gebiet umgewandelt werden. Bei der Stavo-Sitzung im März soll dies Thema sein.

Fußgängerbrücke

Von den drei Brücken, die sanierungsbedürftig sind, bereite besonders die Fußgängerbrücke an der Dörnbergstraße der Stadt Sorgen. „Sie liegt auf dem Weg zur Grundschule und muss dieses Jahr erneuert werden.“ Voraussichtlich werde eine Fertigkonstruktion aus Beton verwendet werden. 140.000 Euro seien dafür eingeplant.

Sportplatz

Der TSV Zierenberg bekommt einen Kunstrasen-Fußballplatz am bisherigen Ascheplatz Stiegweg. Der Verein baut die Sportstätte selbst, bekommt jedoch einen Zuschuss von der Stadt in Höhe von 400.000 Euro. Weshalb die Stadt nicht selbst baut? „Das Land Hessen vergibt bei vereinseigenem Sportstättenbau eine bessere Förderung“, erklärt Rüdiger Germeroth.

„Der Hartplatz hat jahrelang als Festplatz gedient und dadurch erheblich gelitten“, sagt der Bürgermeister. Unter anderem soll nun die Drainage saniert werden und der Platz einen Zaun bekommen. Hinzu kämen der Belag und das Flutlicht. In Zukunft gebe es eine Nutzungsvereinbarung mit dem Verein, sodass der Platz auch öffentlich genutzt werden kann.

Fotovoltaik

In diesem Jahr möchte die Stadt außerdem ein Gesamtkonzept für Fotovoltaik auf Dach- und Freiflächen auf den Weg bringen. „Wir stellen dazu die Bebauungspläne auf“, sagt Germeroth. „Die Stadtverordnetenversammlung fordert zudem, eine Bürgerenergiegenossenschaft nach dem Vorbild Wolfhagens zu gründen.“

Bald auch hier Fotovoltaik: Zwischen Oberelsungen und Friedrichsaue soll der von der Firma Innovent geplante Solarpark fertiggestellt werden.
Bald auch hier Fotovoltaik: Zwischen Oberelsungen und Friedrichsaue soll der von der Firma Innovent geplante Solarpark fertiggestellt werden. © Archivfoto: Innovent Planungs-GmbH/nh

Zwischen Friedrichsaue und Oberelsungen soll außerdem in nächster Zeit ein neun Hektar großer privater Solarpark entstehen. Der Grundstückeigentümer Philipp von der Malsburg setze dieses Projekt mit der Firma Innovent aus Varel (Niedersachsen) um. Schon Ende 2021 hatte es den Feststellungsbeschluss gegeben, doch Lieferschwierigkeiten bei den PV-Modulen hätten eine frühere Umsetzung behindert.

Radwege

Erst seitdem E-Bikes höhere Verbreitung finden, sei der Bau von Radwegen in den Vordergrund gerückt, erklärt der Bürgermeister. „Die Verlegung des R4 von der Landesstraße auf Wirtschaftswege wird vom Land Hessen dennoch nicht als vorrangig angesehen“, bedauert der Bürgermeister. „Trotzdem wollen wir mit kleinen Mitteln (100.000 Euro) die Stadtteile miteinander verbinden.“

Kita-Sanierung

Auch nach der Einweihung der Kita im Erlenweg sind die Kindergärten weiter Thema. In Oberelsungen sollen das Dach der Kita erneuert und die Kita in der Dörnbergstraße saniert werden. Durch den Abgang von Gruppen an den neuen Standort sei nun die Gelegenheit dazu.

In Burghasungen fordert der Ortsbeirat aus Platzgründen schon seit geraumer Zeit eine dritte Kita-Gruppe. Momentan liege die Anzahl der Kinder dort knapp über der Vorgabe von zweimal 25 Kindern. Bislang dient die Turnhalle als Behelf für die zusätzlichen Kinder. „Der Turnraum soll aber wieder hergestellt werden“, erklärt Rüdiger Germeroth. Zudem sollen in der dortigen Kita die Fenster erneuert werden.

Straßenbau

„Der vierte Bauabschnitt der Ehlener Straße soll von April bis zum Anfang der Sommerferien fertiggestellt werden“, sagt der Bürgermeister.

Darüber hinaus sollen der Neue Weg in Oelshausen ausgebaut und die Arbeiten an der Kasseler Straße, dem Falkenweg und der Hundsbergstraße geplant werden.

Für die Straßenunterhaltung führt die Stadt im Haushalt 150.000 Euro auf.

Feuerwehr

„Wir schaffen zwei neue Fahrzeuge an“, sagt Rüdiger Germeroth. Die Feuerwehr bekomme ein Logistikfahrzeug und ein Staffellöschfahrzeug. Gesamtkosten: 425.000 Euro, die vom Land Hessen mit Fördermitteln unterstützt werden.

Obdachlose

„Wir haben keine Wohnungen übrig“, sagt der Bürgermeister. Die Anfang des vergangenen Jahres verfügbaren Unterbringungen für Obdachlose seien bereits durch ukrainische Flüchtlingsfamilien belegt. „Die Stadt hält selbst keine Wohnungen vor.“ Flüchtlinge seien bislang zentral vom Landkreis in funktionalen Gemeinschaftsunterkünften untergebracht worden. Die Hilfe für die Ukrainer sei dagegen von Privatleuten organisiert gewesen. „Die Menschen kamen auch in Privatwohnungen unter“, sagt Germeroth.

Dadurch sei bedauerlicherweise kein Platz mehr vorhanden für in Not geratene Menschen ohne Obdach. Für die Unterbringung sieht die Stadt deshalb 50.000 Euro im Haushalt vor, um diese Situation zu entschärfen.

Öffentlicher Verkehr

Ein neuer Stadtbus soll für 50.000 Euro angeschafft werden. „Der alte ist in die Jahre gekommen und muss ersetzt werden“, sagt Germeroth.

An den Bushaltestellen am Seniorenheim in Burghasungen und an der Bahnhofstraße in Oberelsungen werde das Kasseler Sonderbord installiert. Durch diese Bordsteinkante können Fahrgäste barrierefrei in den Bus einsteigen. Der Eigenanteil dafür betrage 25.000 Euro.

Wald

Ein Thema, das Bürgermeister Germeroth am Herzen liege, sei die Natur. „Wir möchten den Stadtwald zu einem stabilen, klimaangepassten und naturnahen Laubmischwald umbauen.“ Dem studierten Forstwirt zufolge sollen Nadel- zu Laubholzbeständen umgebaut, Wasserrückhaltung gefördert und der Urwald von Morgen durch Waldentwicklungsflächen vorangebracht werden. „Auch die Jagd“, sagt Germeroth, „wird eine Rolle spielen, um Verbiss- und Schälschäden durch das Wild zu minimieren.“ (Paul Bröker)

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