Rund acht Millionen Menschen haben die Zuckerkrankheit

Diabetes: Eine der größten Volkskrankheiten in Deutschland

+

Im Rahmen des Projektes „medien@schule“ hat eine Schülerin der Klasse G9b der Elisabeth-Selbert-Schule in Zierenberg über die Zuckerkrankheit Diabetes geschrieben.

Kassel. Rund 8 Millionen Patienten in Deutschland haben einen diagnostizierten Diabetes. Die Diabetologie des Klinikums Kassel betreut jährlich um die 300 Kinder und Jugendliche, unter anderem auch mich, und zählt somit zu den größten Abteilungen in Deutschland. Diabetes mellitus, umgangssprachlich auch Zuckerkrankheit genannt, ist eine Stoffwechselstörung oder auch Hormonstörung, bei der es zu überschüssigem Zucker im Urin kommen kann. Bei Menschen mit Diabetes greift das Immunsystem die Insulin produzierenden Zellen (Langerhasschen Inseln) in der Bauchspeicheldrüse an. Diese bauen sich somit immer mehr ab, bis der Körper kein eigenes Insulin mehr produzieren kann.

Eine Tasche mit Diabetesbedarf

Die Aufgaben des Insulins sind, den durch die Nahrung aufgenommen Zucker, der aus Kohlenhydraten gewonnen wird, von der Blutbahn in die Zellen zu transportieren. Außerdem reguliert er den Blutzuckerspiegel, da Insulin den Zucker abbaut. Das heißt: Ist eine Mahlzeit glukosehaltig, so gelangt mehr Zucker in das Blut und der Insulinbedarf erhöht sich, bei einem niedrigen Blutzuckerspiegel wird weniger Insulin hergestellt. Da diese Körperfunktion aufgrund von mangelnder Insulinproduktion bei Diabetikern nicht funktioniert, müssen diese ihren Diabetes behandeln.

Da es unterschiedliche Typen des Diabetes gibt, werden diese auch unterschiedlich therapiert. Der Typ-1-Diabetes tritt eher bei Kindern und Jugendlichen auf, selten im erwachsenen Alter. Da hier die Insulin produzierenden Zellen abgestorben sind und sich nicht mehr aufbauen können, wir dieser Typ von Anfang an mit dem Ersetzen des fehlenden Insulins behandelt. Die Injektion des Insulins erfolgt durch eine Spritze, einen Pen oder durch eine Insulinpumpe.

Eine Insulinpumpe

Diese spritzen das Insulin unter die Haut, da es der schnellste Weg ist, in die Blutbahn zu gelangen. Die Einspritzstellen sind je nach Land festgelegt, in Deutschland erfolgt die Injektion entweder in den Bauch, die Oberschenkel oder in den Po. Welche Form der Injektion man wählt, ist jedem überlassen, da alle drei Injektionen ihre Vor- und Nachteile haben. Außerdem ist manches kostspieliger als das Andere, weshalb man oft auf die Krankenkasse angewiesen ist. Die Insulindosis, die gespritzt werden muss, ist abhängig von der Menge der aufgenommenen Kohlenhydrate, der geplanten körperlichen Aktivität, der hormonellen Situation, einer akuten Erkrankung oder der Einnahme von Medikamenten. Je älter man wird, desto mehr Insulin wird auch vom Körper benötigt, weshalb man regelmäßig seine Werte notiert und am Therapieplan arbeitet.

Während die Ursache bei Typ-1-Diabetes Erblichkeit, Viruserkrankungen und ein Autoimmunprozess sind, sind die Ursachen bei Typ-2-Diabetes eher von dem eigenen

Das Insulinform Humalog für Diabetiker

Lebensstil abhängig, jedoch ist dieser ebenfalls erblich wie Typ-1. An Typ-2-Diabetes erkranken größtenteils Menschen ab etwa 40 Jahren, jedoch nahm in den letzten Jahren die Zahl der an Diabetes Typ-2-Erkrankten junger Erwachsener und sogar Jugendlicher zu. Die Therapie beschränkt sich hierbei nicht nur auf die Regulierung des Blutzuckers, sondern es müssen oft zusätzlich Blutdruck, Blutfette und andere Störungen mit behandelt werden. Bei übergewichtigen Typ-2-Diabetikern stehen die Umstellung der Ernährung und die körperliche Aktivität im Vordergrund. Bei diesem Typ des Diabetes besteht sogar die Chance, dass die Insulin produzierenden Zellen sich wieder aufbauen. Dies ist aber von der eigenen Anstrengung abhängig, denn um das zu erreichen, benötigt es eine konsequente Behandlung des Diabetes.

Die Symptome des Diabetes können sich lange Zeit nicht bemerkbar machen, manchmal tritt Diabetes aber auch sehr plötzlich durch ein diabetisches Koma mit Bewusstlosigkeit in Erscheinung. Aufgrund des absoluten Insulinmangels sind die Symptome bei Diabetes Typ-1 eher akut, häufig macht er sich durch Leistungsabfall, starken Durst, vermehrtes Urinieren und starke Gewichtsabnahme bemerkbar. Bei Typ-2-Diabetes beginnen die Anzeichen meist langsam und charakteristisch, weswegen dieser oft durch Zufall erkannt wird. Typische Symptome sind hier Müdigkeit und Leistungsminderung. Diabetes zieht ebenfalls Folgeerkrankungen mit sich, die grade durch langwieriges Vernachlässigen der Diabetesbehandlung gefördert werden. Es kann zu Potenzstörungen bei Männern, Menstruationsstörungen bei Frauen, Augenschäden bis zur Erblindung, Nierenschäden bis zum Nierenversagen und zu Durchblutungsstörungen bis zur Amputation kommen. Diabetes ist auch mit hohem Risiko eine Ursache für Arteriosklerose und Schlaganfälle. Die Hauptursache für diese Folgeerkrankungen stellt die Schädigung der Blutgefäße durch hohen Blutzucker dar.

Von Nina Marie Feuring

Anmerkung: Rund 250 Acht-, Neunt- und Zehntklässler haben im Rahmen des Projektes „medien@schule“ Artikel, Fotos und Videos für HNA.de erstellt. Das Projekt von Hessischer Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (LPR Hessen) und der HNA findet im Rahmen von „Medien machen Schule“ statt. Es soll zeigen, wie neue Medien und soziale Netzwerke wie Facebook, Youtube, Twitter und Instagram funktionieren. Hier finden Sie weitere Artikel, die während des Projekts entstanden sind.

Schlagworte zu diesem Artikel

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.