Zukunft  durch Auflagen ungewiss

Igel-Arche in Zierenberg droht das Aus

Im Visier der Behörden: Die Igel-Arche in Zierenberg von Betreiber Rüdiger Rister ist vom Kreisveterinäramt mit zahlreichen Auflagen versehen worden, um den Tierschutz zu verbessern. Fotos: Ulbrich

Zierenberg. Seit vielen Jahren schon bietet die Arche in Zierenberg Igeln eine Unterkunft, ohne die sie eventuell dem Tode geweiht wären. Doch das Veterinäramt des Landkreises hat die Einrichtung schon seit geraumer Zeit im Auge und mit diversen Auflagen versehen, sagt Amtstierärztin Gundula Utzinger.

Es habe in der vergangenen Jahren immer wieder tierschutzrechtliche Beanstandungen gegeben - bis hin zur Landestierschutzbeauftragten, sagt Utzinger weiter. Daher habe man der Einrichtung und dem Betreiber einige Auflagen gemacht, die laut der Amtstierärztin aber aber noch nicht erfüllt seien.

Ob die Igel-Arche vor dem Aus steht oder es eine Zukunft für die Einrichtung gibt, könne sie derzeit nicht einschätzen, sagt die 35-Jährige. Man habe erst kürzlich wieder mit Herrn Rister zusammengesessen, um der Haltung der Igel in Zierenberg einen „tiergerechten Rahmen“ zu geben - dabei stehe man aber noch am Anfang.

Gundula Utzinger

Ein gravierender Punkt sei auch, so Utzinger, dass das Betreiben einer solchen Einrichtung nach Paragraf 11 des Tierschutzgesetzes eine Erlaubnis voraussetze, diesen Nachweis habe Rister bis dato aber nicht erbracht. Auch die Bezeichnung „Igel-Hospital“ wird von der Amtstierärztin kritisch bewertet. Denn eine derartige Bezeichnung setze unter anderem voraus, dass nachvollziehbar sein muss, was mit den Tieren nach dem Aufenthalt in der Einrichtung passiert.

Versorgung gewährleisten

Dazu gehöre auch zu erfahren, wo die Tiere wieder ausgesetzt werden. Darüber hinaus müsse eine ständige tierärztliche Versorgung gewährleistet sein - ein Tierarzt sei aber in Zierenberg nur sporadisch eingebunden, sagt Utzinger.

In diesem Zusammenhang weist die Tiermedizinerin darauf hin, dass die Igel generell nur für die Dauer der Pflege in einer solchen Einrichtung verweilen sollten. Danach gehörten sie, wie der Name „Wildtier“ schon sage, wieder in die Natur. Auch die vom Betreiber gewählte Zusatzbezeichnung „weltweite einzige Forschungsstation“ sei schlichweg falsch. Es gebe für eine derartige Formulierung keinerlei wissentschaftliche Dissertationen, die ihr bekannt wären. Unter den momentanen Umständen rät Utzinger davon ab, Fundtiere in die Igel-Arche zu bringen. Rüdiger Rister war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Von Nicolai Ulbrich

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