Auftritt vor Zierenberger Publikum

Duo Notenkopf begeisterte mit satirisch-frivolem Musikkabarett

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Ein Sketch über italienische Buchstabensuppe: Jörg Lehmann (rechts) beschwert sich als Gast bei Serviererin Romy Hildebrand über die zu vielen Konsonanten in der Suppe. 

Zierenberg. Das Duo Notenkopf aus Dresden war auf Einladung des Kulturforums Zierenberg mit dem Programm „Wenn der Notenkopf errötet“ im vollen Rathaussaal zu Gast.

Romy Hildebrand und Jörg Lehmann schlugen dem Publikum zwei Stunden lang die bittere Wahrheit über die Welt, verpackt mit schwarzem Humor, nur so um die Ohren. Mal schonungslos direkt und mal in Watte verpackt ließen sie sich unter anderem über so wichtige Themen wie das Klimakterium, die deutsche Kommasetzung, die Misere der Deutschen Bahn, die Katholische Kirche und die Farbe Rot aus.

Da war viel Bewegung auf der Bühne. Gesangseinlagen und Sketche wechselten sich ab. Dabei glänzte Romy Hildebrand nicht nur mit ihrer wundervollen Sopranstimme, sondern auch mit schauspielerischem Talent. Jörg Lehmann war hauptsächlich für die Texte und das Klavierspiel verantwortlich. Da saß jedes Wort und jeder Gag. Herrlich komisch Jörg Lehmann, der sich in einer Ich-AG als „Strichmännchen“ und im breitesten Sächsisch Romy Hildebrand zum Kennenlernen-Preis von null Euro anbot.

Die deutsche Bildung, vor allem die deutsche Sprache hatte das Duo an diesem Abend besonders im Visier. Ihrer Meinung nach ist der Bildungsauftrag sowieso von den privaten Fernsehanstalten übernommen worden. Die deutsche Sprache müsse revolutioniert werden, so die beiden Künstler. Als Beispiel interpretierten sie zum Vergnügen der Zuschauer deutsche Volkslieder im neuen Beamten- und Juristendeutsch, worauf die Lieder gänzlich unverständlich wurden.

Obwohl es laut Programm um Erröten gehen sollte, wurde das Publikum manchmal eher blass. Nicht gerade zimperlich gingen die zwei Kabarettisten mit einigen Themen um. Da konnte dem Publikum schon mal das Lachen im Halse stecken bleiben, wenn Romy Hildebrand Jörg Lehmann als Uraltbundeskanzler Helmut Schmidt im Jahre 2053 zum Thema Rente interviewt und dieser Rente erst ab 90 fordert und den alten Menschen eine „Eigenbeseitigung“ vorschlägt.

Das Programm lebt hauptsächlich von der Diskrepanz zwischen einschmeichelnden bekannten Melodien und schwarzhumorigen Texten. So verabschiedete sich das „Duo Notenkopf“ mit der Zugabe des Liedes „Kleine Dosen von Arsen“. Zu der Melodie des Liedes „Weiße Rosen aus Athen“ gab Romy Hildebrand im Text Ratschläge, wie eine Ehefrau ihren Gatten loswerden könnte.

Lang anhaltender Beifall von einem begeisterten Publikum.

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