"Verlässliche Begleiter sein"

Ehepaar Rahn tritt Pfarrstelle in Zierenberg an

Eingespieltes Team: Dorothee und Friedemann Rahn haben sich bis vor kurzem eine Pfarrstelle im Kirchenkreis Eschwege geteilt, seit 1. November wollen sie gemeinsam die erste Pfarrstelle in Zierenberg mit neuem Leben füllen. Foto: Hoffmann

Zierenberg. Das Ehepaar Dorothee und Friedemann Rahn übernimmt die Pfarrstelle in Zierenberg. Ein ganz besonderer Tag sei es gewesen, als sie am 1. November die gemeinsame Aufgabe der evangelischen Kirchengemeinde übernommen haben.

Wann sie zum ersten Mal in Zierenberg waren, wissen Dorothee und Friedemann Rahn ganz genau. Es war der 25. Oktober 2009, als die gebürtige Fuldaerin in der Zierenberger Stadtkirche ordiniert, nach ihrem Theologiestudium in Kiel, Bonn und Marburg sowie einem zweijährigen Vikariat an der Eschweger Marktkirche zur Pfarrerin berufen wurde.

Ihr Ehepartner Friedemann befand sich da bereits im Probedienst im Kirchspiel Nesselröden bei Eschwege, war ein Jahr zuvor nach Studium in Kiel, Chicago, Bonn und Marburg und seinem Vikariat an der Liebfrauenkirche in Witzenhausen ordiniert worden.

„Es war ein ganz besonderer Tag in Zierenberg“, sagt Dorothee Rahn, die damals nicht geglaubt hätte, fünf Jahre später an jenen Ort zurückzukehren, an dem ihr Weg als Pfarrerin begonnen hatte. Mit ihrem Mann und den Kindern Johannes, Valentin und Lioba ist sie jetzt ins Pfarrhaus gegenüber ihrer neuen Wirkungsstätte eingezogen, das Ehepaar hat zum 1. November gemeinsam die erste Pfarrstelle der evangelischen Kirchengemeinde übernommen.

Beworben haben sie sich, weil sie vom aktiven Gemeindeleben begeistert sind. „Dass sich die Gemeinde auf den Weg gemacht hat, ihre Frömmigkeit nach neuen Begebenheiten auszurichten, gefällt uns sehr“, sagt der 1976 im heutigen Chemnitz geborene Familienvater. „Bedingungen ändern sich im christlichen Glauben der Gegenwart, und in Zierenberg schien es uns, dass der Kirchenvorstand offen und gestalterisch mit den Herausforderungen umgeht.“

Kirche der Region

Den Entwicklungsprozess zu begleiten, das ist es, worauf sich die Rahns freuen. „Strukturen ändern sich, aber die Kirche bleibt bei den Menschen“, sind sie sich einig. „Wir wollen den Gemeindemitgliedern verlässliche Begleiter sein.“ Die Arbeit im Team endet für sie nicht an den Gemeindegrenzen, verstärkt setzen sie auf eine Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden. „Es ist wichtig, dass sich die Gemeinden gegenseitig in den Blick bekommen, dass sie nicht auf sich bezogen verharren, sondern sich gemeinsam als Kirche der Region sehen“, sagt der 38-Jährige. „Gerade in Zeiten, wo die Zahl der aktiven Christen abnimmt, brauchen wir ein Forum, um uns unserer Zusammengehörigkeit zu vergewissern.“

Althergebrachtes für die Gegenwart neu auszulegen, darum gehe es. „Tradition ist wichtig, sie prägt uns, aber es ist genau so wichtig, sie so zur Sprache zu bringen, dass Menschen, die heute leben, das Evangelium auch erreicht“, sagt Dorothee Rahn. Vieles werde dabei über die persönliche Begegnung laufen, über gegenseitiges Vertrauen. „Wichtig wird sein, dass die Menschen uns kennenlernen und wir die Menschen“, sagt die 35-Jährige. Eine erste Gelegenheit dazu gibt der Einführungsgottesdienst mit anschließendem Empfang am kommenden Sonntag um 14 Uhr in der evangelischen Stadtkirche.

Von Sascha Hoffmann

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