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Energiesparen in Zierenberg: Um 23 Uhr gehen die Laternen aus

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Von: Norbert Müller

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Der Energieverbrauch soll sinken: Auch in Zierenberg wird von Seiten der Verwaltung versucht, die Einsparpotenziale zu nutzen.
Der Energieverbrauch soll sinken: Auch in Zierenberg wird von Seiten der Verwaltung versucht, die Einsparpotenziale zu nutzen. © Rudolf Schaffer/nh

Das Zierenberger Stadtparlament war sich einig: Man müsse in der derzeitigen Situation möglichst alle Energieeinsparpotenziale seitens der Stadt ausschöpfen.

Zierenberg – Im Kern waren sich alle Fraktionen des Zierenberger Stadtparlaments einig: Energiesparen ist das Gebot der Stunde. Und so fanden sich dann auf der Tagesordnung der jüngsten Sitzung des der Stadtverordneten in Oelshausen auch gleich drei Anträge, die letztlich alle auf das Gleiche zielten, nämlich Magistrat und Verwaltung beim Umsetzen der gesetzlich vorgeschriebenen Energieeinsparungen in diesem Winter zu unterstützen.

Die der Parlamentssitzung unmittelbar vorausgehenden Ausschusssitzungen nutzten die Fraktionen, sich miteinander abzustimmen und die ursprünglich drei Anträge zu einem gemeinsamen zusammenzufassen. Dr. Bärbel Mlasowsky (UFW) übernahm den Part, kurz darzustellen, wie es zu dieser Einigung kam, die zudem eine Ergänzung des bereits feststehenden Maßnahmenkatalogs vorsieht.

Ideen gebündelt

Die Absprache habe auf Ebene der Fraktionsvorsitzenden stattgefunden, die übers Wochenende die Formulierungen zusammengetragen und die Ideen gebündelt haben. „Daraus ist dann diese lange Liste geworden“, so die UFW-Fraktionschefin. Unterm Strich sei es das Ergebnis der Arbeit von sechs Fraktionen. „Und da können wir alle mal richtig stolz sein, dass wir es in der Kürze der Zeit so hinbekommen haben“, erklärte Mlasowsky.

FDP: „Wirre Anträge“

Mit einer Portion Spott kommentierte Sonja Beyer von der FDP das Einbringen von zunächst drei separaten Anträgen. Es gebe schon seit Anfang September eine Verordnung der Bundesregierung, in der alle Maßnahmen für öffentliche und nicht öffentliche Gebäude aufgelistet seien. „Deswegen habe ich es nicht verstanden, dass drei Fraktionen wirre Anträge stellen.“ Sie hoffe, dass der gemeinsame Antrag nun so durchkomme.

„Wenn drei wirre Anträge zu diesem guten Antrag geführt haben“, konterte SPD-Fraktionsvorsitzender Marco Steinert, dann seien sie nicht vergebens gewesen. Im Übrigen hätten Anträge oft auch eine Symbolik. Und in diesem Fall seien sich die Fraktionsvorsitzenden einig gewesen: „Man wolle die Stadt bei ihrer Aufgabe, das Recht umzusetzen, unterstützen und ihr Rückhalt geben.

Liste einstimmig verabschiedet

Auch der Chef der CDU-Fraktion, Adrian Probst, störte sich an der Formulierung der FDP-Kollegin. Er weise die Bezeichnung „wirr“ im Zusammenhang mit den Anträgen zurück. Man befinde sich in der schlimmsten Energiekrise . Man müsse nun sehen, „wie wir Energie sparen“. Mit dem gemeinsam erstellten Katalog wolle man einen Beitrag zur Linderung der Energiekrise leisten. Darin bestand Einigkeit, entsprechend wurde der gemeinsame Antrag einstimmig verabschiedet.

Eine Garantie dafür, dass die Energiesparliste zum Selbstläufer wird, gebe es nicht, das hatte in der Aussprache während der Zierenberger Parlamentssitzung schon CDU-Chef Adrian Probst angesprochen, und auch UFW-Fraktionsvorsitzende Dr. Bärbel Mlasowsky machte in Sachen Sparprogramm klar: „Wir müssen sehen, ob das die Bevölkerung durchhält, sonst müssen wir nachsteuern.“

Strahler für Rathaus und Kirchen bleiben aus

Bereits umgesetzt wird, dass die Strahler, die das Rathaus, die Stadtkirche sowie die Kirche in Burghasungen von außen anleuchten, nicht mehr eingeschaltet werden. In der Verwaltung werden die Büros auf maximal 19 Grad geheizt, Flure, Treppenhäuser und Nebenräume werden nicht geheizt. Im Bauhof und der Abteilung Wasser muss man mit maximal 16 Grad auskommen. In den Kitas wird auf Empfehlung von Energie 2000 versucht, die Temperatur auf 21 Grad zu reduzieren.

Auf der nun einstimmig verabschiedeten Liste des Parlaments finden sich weitere Sparansätze. So sollen bei den Feuerwehrhäusern die beleuchteten Schriftzüge außer Betrieb genommen werden. Auch die übrige Außenbeleuchtung sei zu prüfen, dabei geht es auch darum, ob wegen der Lage des Gebäudes gegebenenfalls eine Not- oder Sicherheitsbeleuchtung in Betrieb bleiben sollte. Auch die Beleuchtung des Hinweisschildes der Stadtverwaltung vor der Poststraße 20 solle künftig nicht mehr eingeschaltet werden.

Weihnachtsbeleuchtung stark reduziert

Die Weihnachtsbeleuchtung der Stadt Zierenberg bleibt ebenfalls nicht ungeschoren. Nach dem gerade getroffenen Beschluss wird nur der Weihnachtsbaum beleuchtet, nicht aber Sterne an den Lampen. Wie sieht es bei den Straßenlaternen aus? Der reduzierte Nachtmodus der Straßenlampen sollte bereits abends beim Einschalten aktiviert und bis 23 Uhr in Betrieb bleiben. Danach werden die Lampen komplett abgeschaltet. Ab 5 Uhr sollen alle Lampen wieder voll leuchten.

Für die Dorfgemeinschaftshäuser und die Jugendräume sollen die Heizkurven verändert werden und die Nachtabsenkung von spätestens 22.30 Uhr bis mindestens zum Mittag des folgenden Tages aktiviert werden. Dort, wo noch nicht geschehen, sollen mittelfristig digitale Heizungsthermostate angebracht werden.

Umstellung auf LED

Für die öffentlichen Gebäude ist dann auch eine Modernisierung der Beleuchtung vorgesehen: Mittelfristig soll auf LED-Lampen umgestellt werden und in den Fluren sollen Bewegungsmelder installiert werden, die das Ein- und Ausschalten der Lampen steuern. Die Lampen wären dann nicht mehr durchgängig in Betrieb.

Die Stadt soll für ihre Angestellten Homeoffice anbieten, lautet eine weitere Sparvorgabe, und in Kühlschränken soll die Temperatur nicht unter sieben Grad liegen. Auch der Marktplatz soll seinen Beitrag zur Verringerung des Energieverbrauchs leisten: „Die Brunnenanlage auf dem Marktplatz ist vom 1. Oktober bis zum 30. März abzustellen“, heißt es im Beschluss des Parlaments.

Kontakt mit den Vereinen

Und schließlich will man die Bemühungen nicht nur auf den städtischen Bereich beschränken. Die Stadt soll demnach mit den Vereinen und der Kirche in Kontakt treten, um auf weitere Einsparmöglichkeiten bei der Ausübung der Vereinsarbeit hinzuwirken. Über das Ergebnis der Einsparungen hat die Verwaltung bis Ende Juni 2023 das Parlament zu informieren. (Norbert Müller)

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