Oelshausen

Erneuerter Hundsberg-Teich bei Oelshausen läuft wieder voll

Idyllische Lage: Revierförster Uwe Huber vor dem runderneuerten Hundsberg-Teich, der sich seit einigen Tagen wieder mit Wasser füllt. Im Hintergrund das Oelshäuser Forsthaus.
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Idyllische Lage: Revierförster Uwe Huber vor dem runderneuerten Hundsberg-Teich, der sich seit einigen Tagen wieder mit Wasser füllt. Im Hintergrund das Oelshäuser Forsthaus.

Der Teich unterhalb des Hundsbergs bei Oelshausen sollte Lebensraum für Kröte, Molch und Unke werden. Inzwischen sind die Arbeiten abgeschlossen, das Teichbett läuft langsam wieder voll.

Oelshausen – Dass hier noch mal Karpfen oder Hechte ihre Bahnen ziehen werden, ist sehr unwahrscheinlich. Bis Ende November vergangenen Jahres waren die kräftigen Speisefische im Teich heimisch, dann wurden sie abgefischt und mit all ihren Artgenossen nach Martinhagen umgesiedelt.

Die Örtlichkeit an der großen Lichtung unterhalb des Oelshäuser Forsthauses eignet sich ohne Frage bestens für ein Stehgewässer: Das Quellgebiet der Erpe sorgt für den Wasserzufluss, der Ton im Boden bildet undurchlässige Schichten.

Und so hatte man einst am Wald, gut 700 Meter Luftlinie von Oelshausen in Richtung Martinhagen einen veritablen Feuerlöschteich geschaffen, der den Bewohnern des Forsthauses auch gleich noch als Angelgewässer diente.

Die Fische mussten aus dem Teich raus

Mit der Entscheidung, daraus ein Amphibiengewässer zu machen, änderte sich Grundlegendes. Es bedeutete, dass die Fische aus dem Teich raus mussten, „vor allem die, die gründeln und am Boden Schlamm aufwirbeln“, erklärt Uwe Huber, der zuständige Revierförster. Die Amphibien, sagt Huber, „brauchen klares Wasser“. Nach der Umgestaltung sollten sie ideale Bedingungen vorfinden.

Und so wurde abgefischt, danach das Wasser abgelassen – und dann abgewartet. Das Sediment, der Schlamm am Boden, sollte abtrocknen, um dann mit einem Bagger ausgehoben zu werden. So lag der Hundsberg-Teich über Monate trocken, was den bislang schon heimischen Amphibien, die in dieser Zeit laichten, eher schadete, als nützte und so manchen Freund des Teichs auf die Palme brachte.

„Ich dachte, wir versinken mit dem Bagger“

Inzwischen haben sich die Wogen geglättet, wohl auch, weil das Gemeinschaftsprojekt von Hessen Forst und Oberer Naturschutzbehörde mit Ende des Sommers auf die Zielgerade ging. Anfang September konnte endlich der Bagger anrollen, um den eingetrockneten Schlamm zu entfernen.

„Ich dachte, wir versinken mit dem Bagger“, beschreibt Förster Huber seine Sorgen, die sich schnell als unbegründet entpuppten. „Wir sind mit dem Bagger schnell auf festen Grund gekommen. Es hat funktioniert.“ Der Bodensatz, an manchen Stellen des Teichbeckens bis zu eineinhalb Meter dick, wurde ausgehoben und auf einer angrenzenden Fläche als natürliches Ufer abgelagert.

Mit Glück finden sich auch Unken ein

Anschließend machte sich der Baggerführer daran, den Teichboden zu modellieren. Und er machte seinen Job bestens, lobt Huber. Inseln wurden geformt, Flachwasser- und bis zu vier Meter tiefe Tiefwasserzonen kombiniert, dazu gibt es Bereiche, die phasenweise ganz austrocknen sollen.

Wenn der Teich voraussichtlich im Frühjahr wieder mit Wasser aus der Erpequelle und aus Niederschlägen gefüllt sein wird, werden Amphibien wie Erdkröten, verschiedene Molche und Salamander ein paradiesisches Revier vorfinden.

„Und vielleicht haben wir sogar Glück, dass sich hier auch Unken einfinden“, sagt Uwe Huber. „Man muss es den Arten überlassen, wer sich hier ansiedelt“, so der Forstmann, der betont, wie gespannt er ist.

Die Baustellenoptik soll bald Vergangenheit sein

Die entsprechenden Voraussetzungen für einen perfekten Lebensraum habe man geschaffen, auch, indem Huber mit den Forstwirte-Azubis den südlichen Rand des sich nun auf einer Fläche von fast 5000 Quadratmetern ausbreitenden Teichs den Strauch- und Baumbewuchs entfernt hat, damit dieser Bereich gut besonnt wird.

Uwe Huber ist sicher, dass die Kooperation von Hessen Forst – die Behörde stellte das Gelände zur Verfügung und auch Arbeitskraft – und der Oberen Naturschutzbehörde beim Regierungspräsidium, die das Projekt mit 8000 Euro finanzierte, ein Erfolg werden wird.

Die Baustellenoptik, erklärt der Förster, werde bald Vergangenheit sein, Spaziergänger werden wieder von der Ruhebank die landschaftliche Idylle und den Blick auf den Hundsberg-Teich genießen können, in dem dann aber keine Karpfen und Hechte mehr durchs Erpewasser pflügen werden. (Norbert Müller)

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