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Golfplatz Gut Escheberg in Zierenberg: Club ist nun selbst Betreiber

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Von: Paul Bröker

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Den Erfolg fest im Blick: Golfclub-Präsident Michael Spallek (links) und Platzeigentümer Philipp von der Malsburg wollen den Ruf des Golfplatzes Gut Escheberg in Zierenberg verbessern.
Den Erfolg fest im Blick: Golfclub-Präsident Michael Spallek (links) und Platzeigentümer Philipp von der Malsburg wollen den Ruf des Golfplatzes Gut Escheberg in Zierenberg verbessern. © Paul Bröker

Der Golfplatz Gut Escheberg bei Zierenberg wagt den Neustart. Nach Unstimmigkeiten über die Rasenpflege soll der Platz nun auch mit einem Restaurant an Attraktivität gewinnen.

Escheberg – Die Unstimmigkeiten mit der ehemaligen Betreibergesellschaft sind gelöst. Der Golfclub Zierenberg wagt den Neustart und blickt nach vorn. Denn seit Dezember sind die Mitglieder selbst verantwortlich für den Golfplatz Gut Escheberg.

„Der Name Escheberg ist untrennbar verbunden mit seinem Golfplatz“, erzählt Philipp von der Malsburg, dessen Familie das Gut schon seit 700 Jahren gehört. In der Vergangenheit habe dies dazu geführt, dass das Image des Golfplatzes auch auf den Familienbesitz abgefärbt habe: „Im negativen Sinn“, wie von der Malsburg bedauert. „Der Zustand des Platzes hatte gelitten“, sagt der Eigentümer. Der Platz sei aus seiner Sicht nicht nach den Kriterien des Golfverbandes gepflegt worden.

Doch der Pachtvertrag sei nun aufgelöst, das Clubhaus vom Ex-Betreiber abgekauft und der Nutzungsvertrag zwischen Golfclub und Betreiber-GmbH beendet. „Uns wurde der Platz geschmeidig übergeben“, freut sich Michael Spallek, Präsident des Golfclubs Zierenberg. Seit Dezember ist der Club als neuer Pächter selbst für den Betrieb zuständig. „Wir haben jetzt freie Hand“, sagt Spallek.

Golfclub Zierenberg nun selbst Pächter auf Gut Escheberg

Das neue direkte Vertragsverhältnis mit Philipp von der Malsburg biete einige Vorteile. So habe der Club seine Kosten nun selbst in der Hand. Als Verein sei man ohnehin nicht erpicht auf Erträge, sondern wolle den langfristigen Betrieb sichern.

Als einen ersten Schritt hat der Club den erfahrenen Greenkeeper Bruce Johnston aus Crivitz (Ludwigslust-Parchim) engagiert. Der Rasenspezialist habe einen der Top zehn Plätze in Deutschland gebaut, sagt Philipp von der Malsburg. „Den ,Winston‘ in Gneven-Vorbeck.“ Statt zwei arbeiten nun vier bis fünf Mitarbeiter an den Grünflächen. Dennoch erhöhe sich die Mitgliedsgebühr nur im Rahmen der Inflationsentwicklung, wie Spallek sagt. Die reguläre Mitgliedschaft beträgt inklusive Verbandsgebühren jetzt 1350 Euro pro Jahr und Person.

Insgesamt lege man großen Wert darauf, dass sich auch Familien auf der rund 70 Hektar großen Fläche wohlfühlen. Das sei einer der Schwerpunkte, die man in Zukunft verfolgen wolle, sagt Spallek. „Es soll hier nicht elitär zugehen.“

Golf liegt im Trend: Zuwachs an Aktiven von 3,5 Prozent

Dazu soll auch ein individuell angepasster Einstieg ins Vereinsleben beitragen. „Weiterhin sind Einführungen in Platzreife, Regelkunde, Etikette und Technik vorgesehen“, sagt der Präsident. Doch man wolle Neulingen den Einstieg so einfach wie möglich machen.

Die Gesundheit der Mitglieder zu fördern, soll ein weiterer Schwerpunkt sein. Der Golfsport hatte laut einer Erhebung des Deutschen Olympischen Sportbunds im Jahr 2021 einen Zuwachs an Aktiven von 3,5 Prozent. „Das Potenzial ist da.“ Zudem habe es auch während der Pandemie kaum Einschränkungen gegeben. „Unser Platz hatte schon im Mai 2020 wieder geöffnet.“

Mit seiner grünen Umgebung sei er zudem auch ökologisch wertvoll. „Wir benutzen nur so viel Pflanzenschutzmittel wie nötig“, erklärt der Präsident die Platzpflege. Die Natur danke es, was etwa durch die vielen Wildtiere, die abends vorbeischauen, ersichtlich werde. „Nur vor den Wildschweinen müssen wir uns durch einen Zaun schützen.“

Golfclub Gut Escheberg: Gastrobetrieb soll Ausflügler anlocken

Die Abgelegenheit des Platzes habe aber nicht nur Vorteile. Eine Partie nach Feierabend sei nicht immer umzusetzen. Einen Vorteil habe die Lage jedoch: „Es führt nicht wie bei anderen Plätzen eine Straße mitten durch den Golfplatz“, erklärt Philipp von der Malsburg. „Gut Escheberg ist dadurch eine der landschaftlich schönsten Anlagen in Deutschland“, schwärmt Michael Spallek. Darüber hinaus sei der Platz mit dem Auto durch die nahe gelegene Autobahn 44 in weniger als einer halben Stunde von Kassel aus zu erreichen. „Unser Einflussbereich geht sogar bis nach NRW.“

Um die Reputation von Gut Escheberg bei Golffans aufzubauen, wird ab März wieder Gastronomie ins Clubhaus einziehen. „So ist der Platz auch für Radler und Wandergruppen interessant“, sagt Philipp von der Malsburg. Pächter für das Lokal sei die Familie Knoll aus Nordrhein-Westfalen, die sich bereits auf anderen Golfanlagen einen Namen gemacht habe. Bis zu 150 Gäste können sich dann dort aufhalten. (Paul Bröker)

Informationen

golfclub-escheberg.de

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