GmbH will Naturfasern lagern und verarbeiten

Zierenberger HessenLeinen will ehemaliges Abfüllwerk gewerblich nutzen

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Im schlechten Zustand: Das ehemalige Kohlensäureabfüllwerk bei Oberelsungen steht seit vielen Jahren leer und weist erhebliche bauliche Mängel auf. Ein Zierenberger Unternehmer will sich des Gebäudes annehmen.

Oberelsungen. Die Zierenberger HessenLeinen GmbH will das ehemalige Kohlensäureabfüllwerk am Bahnhof Oberelsungen künftig gewerblich nutzen.

In einem ersten Schritt sollen dort Bastfasern gelagert werden, außerdem gibt es Überlegungen, später die Fasern vor Ort auch zu verarbeiten. Die Zierenberger Stadtverordneten beschlossen in der jüngsten Sitzung die Aufstellung des Bebauungsplanes für das Gewerbegebiet.

Dr. Jürgen Steger und Regina Agethen hatten den Gebäudekomplex schon vor einigen Jahren gekauft. „Wir wollten die Industrieruine schon damals sanieren und anschließend unsere Fasern lagern“, erzählt Agethen. Es stellte sich allerdings heraus, dass sämtliche Genehmigungen für das Abfüllwerk abgelaufen waren. Seitdem kämpfe man um die Genehmigung der gewerblichen Nutzung. Unter anderem sei für das Gebiet zwischen dem Bahnhof und dem Abzweig nach Escheberg ein Artenschutzgutachten notwendig gewesen. Ohne Genehmigung wollten die Geschäftsleute auch nicht mit der Sanierung beginnen. Vor dem verwitterten Gebäude grasten in den vergangenen Jahren Pferde und ein Esel von Regina Agethen.

Stadt unterstützt Vorhaben

Die Stadt Zierenberg unterstütze das Vorhaben, sagt Zierenbergs Bürgermeister Stefan Denn. Aus seiner Erfahrung dauere es bis zu einer endgültigen Genehmigung noch rund ein Jahr.

Die HessenLeinen GmbH, die im Jahr 2015 gegründet wurde, handelt mit verschiedenen Naturfasern. „Wir arbeiten dabei mit einem Geschäftspartner in Bangladesch zusammen“, so Agethen. Dabei seien ihnen neben dem Geschäftlichen Nachhaltigkeit und faire Arbeitsplätze eine Herzensangelegenheit. Dies überprüfe Steger bei regelmäßigen Reisen an die Produktionsstandorte.

Bisher können nur kleinere Mengen der Faserballen importiert werden. Wenn das Gebäude fertig ist, wollen Steger und Agethen die Ballen in Oberelsungen lagern. Später könnte das Flachsstroh weiterverarbeitet werden. Die Fasern werden in der Autoindustrie benötigt, die Stängelanteile als Tiereinstreu vermarktet. „Der Prozess ist so ähnlich wie das, was der Bauer bei der Getreideverarbeitung auf dem Feld macht“, erklärt Agethen. Mit Brecherwalzen würde das Flachstroh klein gebrochen und gepresst.

Wenn die Bedingungen stimmen und das Vorhaben in Oberelsungen realisiert werden sollte, möchte das Unternehmerpaar auch neue Arbeitsplätze schaffen.

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