„Ich hatte richtig Angst“

"Ich hatte richtig Angst": Mann in Zierenberg von Hund attackiert

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Blutflecken am Hemd: Werner Wiegand aus Kassel hält die Kleidung in die Kamera, die er am Dienstagabend trug, als er in Zierenberg unterwegs war und von einem Hund angesprungen worden ist. Der Rentner stürzte dabei hinter den Zaun. 

Zierenberg. Drei Tage ist der Vorfall her, doch Werner Wiegand aus Kassel ist immer noch erregt, wenn er darüber spricht. Am Dienstag wurde er seinen Angaben zufolge in Zierenberg „von einem großen Hund angefallen und gebissen“.

Wiegand rief die Polizei, die inzwischen wegen Gefährlicher Körperverletzung gegen die Hundehalterin die Ermittlungen aufgenommen hat.

Er habe eine ältere Dame zur Heilpraktikerin begleitet und sich die Wartezeit mit einem Spaziergang im Wohngebiet vertreiben wollen, sagt der 71-jährige Rentner. Er habe gerade übers Handy mit seiner Frau telefoniert, als ein nicht angeleinter Hund auf ihn zugelaufen gekommen sei. Sofort habe er die Frauen, zu denen das Tier gehörte, gebeten, den Hund anzuleinen. Dann sei alles ganz schnell gegangen: Der Hund sei an ihm hoch gesprungen und habe sich in seinen „Arm verbissen“. Bei seinem Versuch, sich vor dem Tier zu schützen, sei er über einen Zaun gefallen und habe sich dabei zusätzlich das linke Knie verdreht.

Schweizer Sennen: Ein Hund dieser Rasse soll in Zierenberg einen Rentner aus Kassel gebissen haben.

Wiegand räumt ein, dass er gegenüber Hunden großen Respekt habe und sogar Waldbesuche meide, da er dort oft auf Menschen treffe, die ihre Hunde nicht an der Leine führten. „Ich hatte richtig Angst. Das ist doch auch normal, wenn so ein Kalb auf einen zurennt“, sagt der Harleshäuser. Seine Wunde habe er beim ärztlichen Notfalldienst und einen Tag später von seiner Hausärztin versorgen lassen. Sauer ist Werner Wiegand, weil sich die Halter des Hundes ihm gegenüber nicht kooperativ gezeigt hätten und sich nicht genug kümmern würden.

Völlig anders sehen das die Besitzer des Schweizer Sennen, die nicht genannt werden wollen. „Wir wollten ihm helfen“, sagt die junge Frau, die am Dienstagabend mit ihrer Mutter unterwegs war und den Hund direkt vor ihrem Haus von der Leine ließen. Zu diesem Zeitpunkt hätten sie den Rentner nicht sehen können, da er sich hinter einer Kurve befunden habe. 

Das Tier gehöre ihrer Schwester, aber beide Familien kümmerten sich um den Vierbeiner. Der Ehemann der Besitzerin erklärte gegenüber der HNA, dass sich die Frauen und der Rentner noch am Tag des Vorfalls unterhalten und Telefonnummern ausgetauscht hätten. Später hätten sie noch länger miteinander telefoniert. Am Donnerstag habe Werner Wiegand im Haus der Familie in Zierenberg gesessen, bei einer Tasse Kaffee hätten sie Kopien der Impfdokumente des Hundes an ihn ausgehändigt. „Wir haben den Fall der Versicherung gemeldet und kümmern uns“, sagt der junge Mann.

Ihm und beiden Schwestern tue es leid, dass der Rentner, der offensichtlich auch noch Angst vor Hunden hat, zu Schaden gekommen sei. Allerdings zweifeln sie an, ob ihr Hund tatsächlich zugebissen hat. Möglicherweise stamme die Verletzung vom Sturz. Dagegen sei die Schuldfrage aus ihrer Sicht geklärt: „Es war unser Fehler, wir hatten den Hund nicht angeleint“, sagt die Zierenbergerin.

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