Sportart aus Skaninavien

Kanin-Hopping: Hindernisspringen für Langohren ist in Zierenberg beliebt

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Fast geschafft: Zwergwidder Mona beim Sprung über die Hürde. 

Idefix schnuppert kurz mit seinem Stupsnäschen, heftet die kleinen Knopfaugen fest auf das Ziel und spurtet los.

Doch dieser Idefix ist nicht der Hund von Obelix, sondern ein Kaninchen, das im Garten von Stefanie Risse in Zierenberg über eine vorgesteckte Hindernisstrecke springt. Er ist ein neun Monate altes Zwergkaninchen von der Rasse Polish und lernt gerade das Kanin-Hopping, eine Art Hindernisspringen für Hauskaninchen.

Idefix’ Trainerin Stefanie Risse, stellvertretende Jugendleiterin beim Kleintierzuchtverein K 49 (Zierenberg), ist ganz begeistert von ihm. „Er ist zutraulich, quirlig und springfreudig, wichtige Voraussetzungen für das Kanin-Hopping“, sagt sie, während sie ihm das Brustgeschirr umlegt. Die Kaninchen werden beim Training an einer Leine geführt. Doch auf keinen Fall dürfen die Tiere mit der Leine über die Hindernisse gezogen werden. Das sei auch gar nicht nötig, sagt Inka Fuchs (Wolfhagen), eine weitere Kanin-Hopperin und Mitglied des Kleintierzuchtvereins K 49. „Grundsätzlich springen Kaninchen freiwillig und gerne über alles“, meint sie. Inka Fuchs macht Kanin-Hop seit fünf Jahren als Hobby. Sie ist erst durch ihr Kaninchen Mona, die zu Hause wild über alle Hindernisse sprang, auf diese Sportart aufmerksam geworden. Seitdem trainierten sie und ihr Sohn Tim (13) mit den Kaninchen kontinuierlich Kanin-Hop.

Auf das Leinentraining folgt das Hürdentraining. Dabei wird das Kaninchen über einer kleinen Hürde gehoben und bekommt gleichzeitig das Kommando „Hopp!“. Im Laufe des Trainings springen die Tiere von alleine über die Hürden, die immer höher werden. Einfach ist es aber nicht, denn die Tiere können sehr eigensinnig sein. „Trotzdem sind die Streicheleinheiten nach dem Training ganz wichtig“, sagt Inka Fuchs.

Training und Streicheleinheiten brachten ihr und ihrem Sohn bald Erfolg. Bei der erstmals organisierten Kanin-Hop Landesmeisterschaft 2014 belegte Inka Fuchs mit Mona den zweiten Platz und ihr Sohn Tim mit Fips den fünften Platz.

Doch das Wohl des Tieres steht immer an erster Stelle. Die Übungsphasen dauern nicht länger als fünf Minuten pro Kaninchen pro Tag und kein Kaninchen wird zu irgendetwas gezwungen. „Die Tiere gehören zur Familie. Wir würden sie nie weggeben, auch wenn sie nicht mehr für Kanin-Hop geeignet wären“, bestätigt Inka Fuchs nochmal.

Der Vorwurf der Tierquälerei sei absolut unbegründet, sagt auch Stefanie Risse. Ganz im Gegenteil, durch das Kanin-Hop bleiben die Tiere mehr in Bewegung, sind fitter und zutraulicher als reine Stallkaninchen. Ihr Sohn Robin (15) hat das Kanin-Hop-Fieber ebenfalls gepackt. Er trainiert Zeus, einen braunen Zwergwidder.

Kanin-Hop hat sich inzwischen bundesweit etabliert und ist sehr beliebt bei Kindern und Jugendlichen.

Hintergrund: Die Sportart aus Skandinavien

Kanin-Hop ist eine neue Sportart aus Skandinavien, bei der auch Meisterschaften ausgetragen werden. Bei den Turnieren gibt es Hindernisstrecken mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Gewinner ist das Kaninchen, das die Strecke in der kürzesten Zeit mit den wenigsten Fehlern bewältigt. Speziell ausgebildete Schiedsrichter achten genau auf die Einhaltung eines Regelwerks, das nach Tierschutzbestimmungen aufgestellt wurde. Der Kleintierzuchtverein K 49 (Zierenberg) bietet Kanin-Hop an und sucht noch interessierte Leute.

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