Es ging um Luftnot und Herzklappen

Kardiologen beim Herztag in Zierenberg: wenig Schlaf schadet

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Der vierte Zierenberger Herztag: Gudrun Wagner (links) und Gertraud Göbel vom Seniorenclub Christophorus besuchten die Veranstaltung, bei der renommierte Kardiologen Vorträge hielten. 

Gefahren für das Herz standen im Mittelpunkt: 150 Gäste haben das Zierenberger Bürgerhaus besucht, um Kasseler Kardiologen zuzuhören. Am Mittwochnachmittag fand der Herztag zum vierten Mal statt. Während die Besucher Kaffee und Kuchen zu sich nahmen, referierten die Fachärzte über Luftnot, Herzklappenerkrankungen und den Schlaf.

„Ich darf über mein Hobby reden: schlafen“, scherzte Martin Konermann, ärztlicher Direktor des Marienkrankenhauses in Kassel, zu Beginn seines Vortrags. Er erklärte, wie sehr schlechter und zu wenig Schlaf den Alltag beeinflusst und das Herz schädige. Die Folgen einer unerholsamen Nachtruhe veranschaulichte er durch Vergleiche und Witze, die gut beim Publikum ankamen. Still wurde es im Raum, als der Facharzt ausführte, warum zum Beispiel die Schlafapnoe die Potenz verschlechtere.

Thematisch war das Programm des Herztags abwechslungsreich: Ole-Alexander Breithardt ist Chefarzt an der Kasseler Agaplesion-Klinik. Er sprach über Luftnot aus Sicht des Kardiologen. Die Behandlung von Herzklappenerkrankungen erklärte Ali Asghar Peivandi, Direktor der Klinik für Herzchirurgie in Kassel.

Die Experten referierten kostenlos, da der Herztag von der Deutschen Herzstiftung ausgerichtet wird. Die Stadt Zierenberg half bei der Organisation des Nachmittags. Der Seniorenclub Christophorus und der Landfrauenverein Zierenberg kümmerten sich um den Ablauf und verkauften selbst gebackenen Kuchen.

Beim ersten und zweiten Herztag waren noch mehr Besucher, sagt Silvia Bayer von der Stadt. Das sei aber kein Grund zur Sorge: „Zwischen 150 und 200 Besucher sind normal, das schwankt.“

Allerdings waren die Vorträge für den Laien nicht immer einfach verständlich, wie die Besucher anmerkten. „Es war ein sehr hohes Niveau heute“, sagte Willi Bätzing (80). Da er 40 Jahre lang bei der Krankenkasse beschäftigt war, sei er aber mit medizinischen Ausdrücken vertraut.

Bätzing sei am Herz erkrankt und habe bereits Operationen hinter sich. In Anspielung auf Übergewichtswarnungen in den Vorträgen sagte er selbstironisch: „Früher habe ich 100 Kilo gewogen, jetzt ein Zentner und 50 Kilo.“ Der Herztag sei eine Veranstaltung, bei der „man vielleicht ein bisschen Beruhigung für sich selbst findet.“

Probleme mit dem Herzen hat auch Gudrun Wagner (77). „Ich wollte mich hier weiter informieren.“ Sie half ebenso wie Gertraud Göbel (71) bei der Veranstaltung. Rückblickend sagt die 71-Jährige: „Es war teils schon sehr fachlich, aber einiges fand ich trotzdem interessant.“

Der 90-jährige Georg Schmeck merkte an, dass der Herztag gerade für ältere Leute relevant ist. „Man hört immer wieder was Neues vom Herzen, da habe ich spitze Ohren. In meinem Alter ist man froh, wenn man noch etwas mitbekommt.“

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