Bahnverkehr steht drei Mal täglich 30 Minuten still

Video: Bis zu 120 Kilo Sprengstoff im Einsatz bei Tunnelbau in Zierenberg

Zierenberg. Die Sprengungen am Zierenberger Bahntunnel haben begonnen. Drei Mal am Tag wird auf diese Weise das Gestein gelockert.

Zwischen 30 und 120 Kilo Sprengstoff kommen dabei jeweils zum Einsatz.

Wie viele Löcher mit dem Emulsionssprengstoff befüllt werden, ist abhängig vom Gestein, sagt Bauleiter Martin Fischer von BeMo Tunnelling. Ein Geologe untersucht das Gestein vorher, ein Sprengsachverständiger erarbeitet ein sogenanntes Sprengleitbild. Wann und mit welcher Kraft gesprengt wird, muss jedes Mal neu entschieden werden.

Vom Bohren der Löcher im Gestein bis zum Befüllen mit Sprengstoff dauert es rund zweieinhalb Stunden, sagt Polier und Sprengmeister Tarkan Oguz. Befüllt werden die Löcher mit Emulsionssprengstoff, dessen Hauptbestandteil Ammoniumnitrat ist, auch einige Mineralöle sind eingearbeitet.

Nach mehreren lauten Warnsignalen löst der jeweilige Sprengmeister die Explosion aus. In 300 Meter Entfernung warten die Bauarbeiter schließlich, dass die Frischluftversorgung wieder anläuft und so giftige Gase aus dem Tunnel heraustransportiert. Erst danach darf der Schutt von den Lkw abtransportiert werden.

Für jeweils 30 Minuten steht der Bahnverkehr durch den alten Tunnel in den Zeiten der Sprengungen still. Maik Fochler, Bauüberwacher der Bahn, kontrolliert nach der Detonation, ob der alte Tunnel Schaden genommen hat. Ist dies nicht der Fall, gibt er die Strecke wieder frei. Um Veränderungen in Gewölbe und Wänden zu erkennen, werden Erschütterungsmessgeräte angebracht. Sie zeigen, ob sich die alte Röhre bewegt.

Beschwerden über die Sprengungen gab es bisher nicht. Es sei leiser, als von manchen zuvor befürchtet, sagt Hans-Martin König, Leiter der Infratrukturplanung der Kurhessenbahn.

Sprengungen beim Tunnelbau in Zierenberg

Archivvideos von der Tunnelbaustelle in Zierenberg

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Rubriklistenbild: © Renner

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