Die alten Zöpfe jetzt abschneiden

Kreissängertag in Zierenberg: Chöre wollen offensiv Mitglieder werben

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Der neugewählte Vorstand der Zierenberger Chöre: (Von links) Elke Stück (Kassiererin), Irmtraud von der Heid (stellvertr. Kassiererin), Brigitte Händler (Pressesprecherin), Ines Spangenberg (Schriftführerin), Hans-Joachim Stricker (Vorsitzender), Jens Straßberger (Veranstaltungsarbeit), Sandra Leonard (Chorsprecherin von Just Voices), Monika Grimm (stellvertretende Vorsitzende)

Zierenberg. „Wir müssen die Schönheit und die Vielseitigkeit des Chorgesangs wieder ins Bewusstsein der Menschen rücken“, forderte Uwe Thielemann, Vorsitzender des Sängerkreises Wolfhagen, in seiner Begrüßung zum Kreissängertag am Samstag im Bürgerhaus in Zierenberg.

Den Beweis dafür gaben die beiden Zierenberger Chöre „Just Voices“ und „Die Stimmen“ unter der Leitung von Andreas Kowalczyk gleich anschließend mit Schlager, Pop und Gospelmusik. Aber der Zahn der Zeit nagt auch an den Chören im Altkreis Wolfhagen.

So berichtete Uwe Thielemann, dass trotz vieler erfolgreicher Aktionen, wie die musikalischen Chorreisen, sich der gemischte Chor in Istha aufgelöst habe. Dafür hat sich in Ehringen ein neuer Frauenchor gebildet. Nun besteht der Sängerkreis Wolfhagen aus 13 Chören mit 338 aktiven Mitgliedern.

Aus dem Bericht des erkrankten Kreischorleiters Waldemar Sheljaskow ging hervor, dass alle aktiven Chormitglieder des Sängerkreises Wolfhagen an insgesamt 160 Auftritten im vergangenen Jahr beteiligt waren.

Die höchste Aufführungsquote hatte der Concordia Chor aus Breuna. Sheljaskow forderte mehr gemeinsame Konzerte verschiedener Chöre oder Chorprojekte, eine verstärkte Vorstandsarbeit, mehr Weiterbildung und Öffentlichkeitsarbeit.

Kreisvorsitzender Uwe Thielemann sprach sich ebenfalls für neue Ideen aus, um die Bevölkerung vor Ort wieder an den Chorgesang heranzubringen. „Wir müssen alte Zöpfe abschneiden, uns von gewohnten Mustern lösen“, sagte er. Um das zu erreichen, möchte der Vorstand neben dem klassischen Chorgesang auch Experimente eingehen, wie beispielsweise unter Anleitung eines Profis „Das Rudelsingen“ ausprobieren. Auch sollten die sozialen Medien mehr mit Berichten und Fotos über den Sängerkreis genutzt werden. Florenz Jacobi, Schriftführer im Vorstand des Bürgergesangvereins 1862 Naumburg, sieht außer einem Mangel an Tenören keine gravierenden Nachwuchsprobleme in seinem Chor. „Bei uns funktioniert Werbung hauptsächlich noch durch Mund-zu-Mund-Propaganda“, sagte er.

Ronja Reinhard, Chorleiterin von „Mein Chor.Concordia“ in Breuna, ist überzeugt, dass die Bildung des neuen Chors mit Veränderungen im musikalischen, optischen und medialen Bereich die Chorarbeit in Breuna letztendlich gerettet habe.

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