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Kritik an Kanin-Hop-Turnier in Zierenberg

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Von: Monika Wüllner

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Kaninchen bei einem Turnier: Bei solchen Veranstaltungen müssten die Kaninchen durch einen Parcours mit Hindernissen hoppeln. Teilweise würden die Fluchttiere dabei an einer Leine und an einem Geschirr geführt.
Kaninchen bei einem Turnier: Bei solchen Veranstaltungen müssten die Kaninchen durch einen Parcours mit Hindernissen hoppeln. Teilweise würden die Fluchttiere dabei an einer Leine und an einem Geschirr geführt. © privat

Am Samstag findet das „Kanin-Hop-Turnier“ in Zierenberg statt und Peta kritisiert dies scharf

Zierenberg – Die Tierrechtsorganisation Peta übt scharfe Kritik an dem am kommenden Samstag stattfindenden „Kanin-Hop-Turnier“ des Kleintierzuchtvereins Zierenberg. Bei der Veranstaltung müssten verschiedene Kaninchen durch einen Parcours mit Hindernissen hoppeln.

Teilweise würden die Fluchttiere dabei an einer Leine und an einem Geschirr geführt, beides verhindere, dass sie sich bei Angst und Stress verstecken können. „Alles an den Haaren herbeigezogen“, erklärte Wolfgang Elias, Vorsitzender des Kleintierzuchtvereins K49 Zierenberg und Referent des Zentralverbandes Deutscher Rasse-Kaninchenzüchter (ZDRK).

„Wenn ein Kaninchen nicht will, darf es keineswegs an der Leine gezogen werden. Wenn es nicht mehr will, bleibt es halt stehen. Im schlimmsten Fall muss der Teilnehmer sein Kaninchen unverrichteter Dinge auf dem Arm zurücktragen und aufhören“, so Elias.

„Keiner von den Teilnehmern würde zulassen, dass es den Kaninchen schlecht geht“

Der Verein sorge für ideale Bedingungen für die Tiere. Zudem gebe es Auflagen. Wer am Kanin-Hop mit seinen Tieren teilnehme, sorge sich um sie, wie um Familienmitglieder. „Keiner von den Teilnehmern würde zulassen, dass es den Kaninchen schlecht geht“, so Elias, der diese Kritik nicht nachvollziehen kann.

Jeder, der sich für Kanin-Hop interessiere, dürfe sich gern ein Bild von der Veranstaltung machen und mit den Teilnehmern ins Gespräch kommen. „Bei uns hat keiner was zu verbergen“, sagte Elias.

„Kaninchen sind Fluchttiere, die bei solchen Veranstaltungen enormer Angst ausgesetzt werden und sich aufgrund der Leine in Paniksituationen nicht zurückziehen können. Sie sind der Situation schutzlos ausgesetzt“, so Monic Moll, Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei Peta. „Den Haltern geht es darum, einen Pokal mit den Kaninchen zu gewinnen.

Peta betont, dass derartige Veranstaltungen für die sensiblen Tiere massiven Stress bedeuten

Wie es den Tieren dabei geht, ist den meisten völlig egal.“ „Das stimmt so nicht“, erklärte Wolfgang Elias. Selbst für das Kanin-Hop gebe es strenge Auflagen. Die besagen: Die Kaninchen sollen sich durch die Bahnanlage und über die Hindernisse aus eigenem und freiem Willen bewegen.

Sie dürfen nur mit den Händen vorwärts gelenkt werden. Die Anwendung der Füße ist nicht zugelassen. Ebenso ist kräftiges ruckartiges Ziehen oder Heben der Kaninchen an der Leine unzulässig. Das Kaninchen darf nicht mit Stampfen oder durch anderweitig lärmendes Verhalten des Begleiters gestresst werden.

Die Tierrechtsorganisation betont, dass derartige Veranstaltungen in ungewohnter Umgebung und umgeben von lauten Geräuschen für die sensiblen Tiere massiven Stress bedeuten. Zudem werden durch solche Veranstaltungen Menschen dazu verleitet, gezüchtete Kaninchen zu kaufen, während in deutschen Tierheimen Tausende Tiere auf ein neues Zuhause warten.

„Unsere Rassekaninchen sind landwirtschaftliche Nutztiere“

„Wir sind auch dagegen, dass Tiere im Baumarkt und anderen Märkten gerade zu Weihnachten zum Verkauf angeboten werden. Meistens von anonymen Haltern“, entgegnet Elias auf diese Kritik. Denn was oftmals als Zwergkaninchen gekauft werde, entwickele sich dann als großes Kaninchen und lande so im Tierheim.

„Unsere Rassekaninchen sind landwirtschaftliche Nutztiere. Wir werden immer so in die Schmuseecke gestellt. Das ist falsch. Es gibt Vorschriften, Auflagen und Normen. Wir liegen sogar immer darüber“, sagte Wolfgang Elias abschließend. zdrk.de (Monika Wüllner)

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