Bis 28. Februar

Künstler Albert Völkl stellt im Naturparkzentrum aus

Lassen auf dem Hohen Dörnberg alte Märchen lebendig werden: Annika Hartmann, Leiterin des Naturparkzentrums, und Künstler Albert Völkl. Foto: Hoffmann

Zierenberg. Es sind feinste Schnitte, die auf faszinierende Weise das schwarze Papier zu einer lebendig wirkenden Märchenszene werden lassen.

Pferde, Ritter und Helden scheinen einem aus den Scherenschnitten entgegen zu springen, die der Trendelburger Künstler Albert Völkl seit Donnerstag im Naturparkzentrum Habichtswald auf dem Hohen Dörnberg ausstellt. Es sind die Originalvorlagen zum kürzlich erschienenen Märchenbuch „Blaubart und andere Ritter- und Heldenmärchen“, das in Wort und Bild belegt, dass Märchen beileibe kein Kinderkram sind.

Das waren sie auch im Ursprung nicht. So schrieb etwa Jacob Grimm an den Freund Achim von Arnim, dass die Märchensammlung, die heute unter dem Namen „Kinder- und Hausmärchen“ weltbekannt ist, eigentlich nicht für Kinder geschrieben seien.

So stehen Liebe, Tod, Treue und Verrat ganz eng beisammen und ziehen sich thematisch auch durch das von Völkl zusammengestellte Buch, das es so noch nicht gab: Ritter- und Heldenmärchen von Grimm und Bechstein. Als großer Verehrer des sizilianischen Figurentheaters sind dem Künstler archaische Themen am liebsten. „Es muss richtig zur Sache gehen“, sagt er, und wenn man beispielsweise den grausamen Blaubart mit seiner Schreckenskammer liest oder den schwarzen Grafen, der ahnungslose Reiter nachts in seine versunkene Burg führt und ihnen das Fürchten lehrt, dann weiß man, wovon er spricht. Völkls fantastische Scherenschnitte laufen dann zu Hochform auf, wenn die Märchen emotional packen, wie im neuen Buch.

In der Ausstellung sorgen die Originale in A3 durch eine Besonderheit für einen weiteren optischen Reiz. „Ich habe einen speziellen Rahmen erfunden, durch den die Schnitte je nach Lichteinfall besonders plastisch wirken“, sagt Rolf Wagner vom Kasseler Prolibris Verlag, der seit vielen Jahren mit Völkl zusammenarbeitet. „Durch die Technik wird deutlich, dass Scherenschnitte nicht nur eindimensional wie eine Zeichnung, sondern dreidimensional sind.“

Davon können sich Besucher noch bis zum 28. Februar nächsten Jahres zu den gewohnten Öffnungszeiten im Naturparkzentrum Habichtswald selbst überzeugen. (zhf)

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