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Weitere Stolpersteine in Zierenberg gedenken jüdischer Familien

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Von: Monika Wüllner

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Die AG Erinnerungskultur Zierenberg hat Stolpersteine zur Erinnerung an jüdisches Leben in der Warmestadt verlegen lassen.
Die AG Erinnerungskultur Zierenberg hat Stolpersteine zur Erinnerung an jüdisches Leben in der Warmestadt verlegen lassen. © Monika Wüllner

Die letzte Stolpersteinverlegung in Zierenberg ist für Freitag, 13. Mai, geplant. An vier Verlegestellen werden Stolpersteine im Bürgersteig eingebracht.

Zierenberg - Los geht es um 15.30 Uhr vor dem Haus in der Oberelsunger Straße 4. Mit einer Ausnahme werden damit, mit Zustimmung der heutigen Hausbesitzer, für alle jüdischen Familien, die 1933 in Zierenberg gelebt haben, Stolpersteine verlegt worden sein. Mit dieser Aktion hat die 2013 gegründete Arbeitsgemeinschaft (AG) Erinnerungskultur Zierenberg ihr Ziel erreicht. Da die Mitglieder sich jedoch weiterhin mitverantwortlich zeigen möchten für ein verantwortliches Erinnern und Gedenken vor Ort, soll in einer Abendveranstaltung die bisherige Arbeit gewürdigt, aber vor allem ihre Bedeutung für die Zukunft der Stadt Zierenberg beleuchtet werden.

Die Abendveranstaltung beginnt um 19 Uhr in der Evangelischen Stadtkirche. Dies wird auch Pfarrer Dr. Michael Dorhs, ehrenamtlicher Leiter der Judaica-Abteilung des Stadtmuseums Hofgeismar, mit einem Impulsreferat zur Sprache bringen. Künstlerinnen aus der Region und der Musikschule Wolfhager Land werden jüdische Kompositionen musizieren und unter anderem die Komposition „Never forget. A Zierenberg Shabbos“ aufführen. Der Komponist ist Gilad Nachshen aus London, ein Nachkomme der jüdischen Familie Schartenberg.

Die Stolpersteine sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig, das im Jahr 1992 begann. Mit im Boden verlegten kleinen Gedenktafeln, sogenannten Stolpersteinen, soll an das Schicksal der Menschen erinnert werden, die in der Zeit des Nationalsozialismus (NS-Zeit) verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden.

Die quadratischen Messingtafeln mit abgerundeten Ecken und Kanten sind mit von Hand mittels Hammer und Schlagbuchstaben eingeschlagenen Buchstaben beschriftet und werden von einem angegossenen Betonwürfel getragen. Sie werden meist vor den letzten frei gewählten Wohnhäusern der NS-Opfer niveaugleich in das Pflaster bzw. den Belag des jeweiligen Gehwegs eingelassen. Am 29. Dezember 2019 verlegte Demnig in Memmingen den 75 000. Stolperstein.

Stolpersteine wurden in Deutschland wie auch in 26 weiteren europäischen Ländern verlegt. Sie gelten als das größte dezentrale Mahnmal der Welt.  

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