200.000 Euro investiert

Luftsportbund tauft den neuen Hessenlöwen

Taufte das neue Verbandsflugzeug auf den Namen „Hessenlöwe“: Vizepräsident Bernd Heine. Fotos:zhf 

Zierenberg. Mit Tragflächen hätte die Arcus-T wohl kaum in den großen Saal des Zierenberger Bürgerhauses hinein gepasst. Abmontiert wurden sie trotzdem. Warum, lesen Sie hier.

Doch weil ausgerechnet die während des von der Flugsportvereinigung (FSV) Kassel-Zierenberg ausgerichteten Segelfliegertages des Hessischen Luftsportbundes (HLB) am Samstag eine der Hauptrollen spielten sollte, montierten die Mitglieder die Flügel des neuen Verbandsflugzeuges kurzerhand ab.

Gut 200 000 Euro haben sich die HLB-Segelflieger ihr neues Schätzchen kosten lassen, das Detlef Schneider, Referent für Segelflug, gemeinsam mit Vize-Präsident Bernd Heine auf den klangvollen Namen „Hessenlöwe“ taufte.

Heine freute sich, dass dies ausgerechnet in Zierenberg passierte, denn auf dem Hohen Dörnberg hat er vor mehr als drei Jahrzehnten seine Ausbildung zum Fluglehrer gemacht.

Dr. Stefan Krull

Das Fluggelände zu Füßen der Helfensteine feiert in diesem Jahr sein 90-jähriges Bestehen und ist somit eines der ältesten der Welt. Grund genug für Dr. Stefan Krull, Vorsitzender der FSV Zierenberg-Kassel, mit den hessischen Segelfliegern einen Blick zurück zu werfen: Die historischen Spuren gehen bis ins Jahr 1919 zurück und liegen damit in der Zeit der Anfänge des Segelfluggedankens. Begünstigt durch das Verbot der Fliegerei mit Motorkraft nach dem Ersten Weltkrieg, begann in der Region bereits 1921 das Interesse für den Segelflugsport. Im April 1923 wurde der Dörnberg erstmals als Fluggelände genutzt und fortan zum Domizil der Segelflieger aus Kassel und der Region.

Große Tradition

„Diese damals stürmische Entwicklung spiegelt auch die besondere Stellung der Luftfahrt und des Luftsports in Kassel wider, beispielsweise liegt in Kassel die Wiege des modernen Wettbewerbskunstfluges, als dessen Gründervater Gerhard Fieseler gilt“, so Krull. Die Entwicklung der Sportfliegerei in Kassel habe eine große Tradition, und ein Teil davon werde heute auf dem Dörnberg fortgeführt.

Vor 90 Jahren, exakt am 29. Juni 1924, ist der Segelflugplatz „Zierenberg auf dem Dörnberg“ offiziell eingeweiht worden. Möglich wurde dies nur, weil die Stadt Zierenberg dem Verein, damals mit dem Namen „Mitteldeutscher Flugverband Cassel e.V.”, das Hutegelände für fünf Jahre unentgeltlich zur Verfügung stellte. Bereits Ende 1924 folgte die Genehmigung zum Bau eines Fliegerlagers. „Ohne das hätte es keine Entwicklung des Segelflugsportes gegeben, wie wir sie heute in unserer Region kennen“, sagt Krull, der der Stadt Zierenberg dafür und für die in den weiteren Jahrzehnten bis heute erwiesene wohlwollende Unterstützung dankte.

Auf dem Dörnberg soll auch der doppelsitzige Hochleistungs-Motorsegler „Hessenlöwe“ schon bald zum Einsatz kommen, vielleicht schon im nächsten Frühjahr, wenn die FSV vom 24. April bis 2. Mai ihre 23. Dörnberg Segelflugwoche veranstaltet.

Von Sascha Hoffmann

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