Meerschweinchen-Ausstellung in Oberelsungen

Meerschweinchenzüchter zeigten ihre Lieblinge

Oberelsungen. Bei der Tischschau des Deutschen Langhaar-Meerschweinchen-Clubs zeigten die Meersaukenner ihre Tiere. Dabei waren auch allerhand Friseurkenntnisse gefragt. 

Drago schaut mit seinen großen Knopfaugen neugierig umher. Die langen, strähnigen Haare versperren ihm ausnahmsweise einmal nicht die Sicht. Bei der Tischschau des Deutschen Langhaar-Meerschweinchen-Clubs in Oberelsungen hat Preisrichterin Britta Poweleit sie zur Seite gekämmt.

„Ich muss Kopf und Gesicht genau sehen können, denn Augen, Ohren und Backenbärte gehören zu den Merkmalen, nach denen wir das Tier beurteilen“, so die Meersaukennerin, die eigens aus Schleswig-Holstein angereist ist.

Drago hat sich langsam an die wenige Minuten dauernde Prozedur gewöhnt, wird immer ruhiger und scheint zu wissen, dass er sich gerade jetzt von seiner besten Seite zeigen muss. Er wird gedreht und gewendet, Poweleit streicht ihm immer wieder durchs lang gewachsene Fell, das für Peruaner-Meerschweinchen so typisch ist. 

„Bis zu 30 Zentimeter kann es lang werden“, erklärt Poweleit, während sie an Dragos Rücken den gerade verlaufenden Mittelscheitel begutachtet, von dem aus die schwarz-rot-weißen Haare gleichmäßig am ganzen Körper herabfallen. An der Hinterhand sorgen zwei Rosetten dafür, dass das Fell nach vorne fällt und die unten liegenden Haare eine gleichmäßige Schleppe bilden.

Die Richterin wirkt zufrieden, gibt ihre Bewertungen an die Assistentin weiter, die sie sorgfältig in einen vorbereiteten Bogen einträgt. Nahezu alles läuft glatt, bis es an die Ohren des fünf Monate alten Tieres geht. „Rechtes Ohr stark beschädigt“, heißt es da, und nun ist zumindest bei Dragos Menschenmama Renate Breidenbach die entspannte Stimmung dahin. „Da fehlt ein ganzes Stück“, erklärt Poweleit und streckt ihr den kleinen Nager entgegen. 

„Ach du Gewitter, ja, ich sehe es“, entfährt es der Züchterin, die dennoch gelassen bleibt, auf Dragos Status als gutes Zuchttier nämlich wirkt sich das nicht aus.

 „Die Ohrmacke hat er sich wahrscheinlich durch Gruppenhaltung zugezogen, das muss man in Kauf nehmen, in der Natur wäre das auch nicht anders“, sagt die Expertin, die Drago dennoch die allerbesten Eigenschaften zur Fortpflanzung attestiert: „Er ist ein sehr gutes Zuchttier, sogar etwas besser als sehr gut.“

Die Freude bei Breidenbach ist groß. „Das wollte ich hören“, sagt die Vorsitzende des LMC-Zierenberg, die sich in Bad Zwesten um 80 Meerschweinchen kümmert und einige mit zur Ausstellung gebracht hat. „Ich weiß jetzt, dass ich guten Gewissens mit ihm in die Zucht gehen kann, er braucht nur das passende Mädel.“

Rubriklistenbild: © Foto: Sascha Hoffmann

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