Möbelmanufaktur Zierenberg: Inklusion in der Werkstatt

Handarbeit steht im Mittelpunkt: Jedes Stück für die Möbel wird in Handarbeit gefertigt – und gereinigt, so wie das Uwe Mathe hier mit Alu-Röhrchen macht. Fotos:  Renner

Zierenberg. Besonderes Design und soziale Verantwortung: in der AMS Möbelmanufaktur gehört das fest zusammen. 15 Menschen arbeiten in der Manufaktur in Zierenberg, davon neun mit Behinderung.

Das Konzept ist erfolgreich. Nicht nur in zahlreichen Fernsehserien sind die Möbel schon zu sehen gewesen, verkauft werden die Stücke auch im deutschsprachigen Ausland.

Fließbänder und große Maschinen gibt es in dem Betrieb der Baunataler Diakonie Kassel (BDKS) nicht. Alles wird von Hand gefertigt und nach Wunsch der Kunden. „Wir haben sehr wenig auf Lager, eigentlich alles wird individuell angefertigt“, sagt Gruppenverantwortlicher Stefan Hagen. Einbezogen werden dabei alle Mitarbeiter - ob mit Behinderung oder ohne. „So individuell die Erkrankungen sind, so individuell werden die Arbeitsschritte kreiert.“

Arbeitet an den Rollläden der Schränke: Julian Mascher in der Werkstatt.

Hauptbestandteil der Möbel ist Aluminium, kombiniert mit Stahlblech und Glas. Schränke in den unterschiedlichsten Größen und Formen, (Schreib-)Tische, Empfangs-Tresen, Regale und ähnliches entstehen jeden Tag und das bereits seit etwas mehr als zehn Jahren; seit 2004 gehört AMS zur Baunataler Diakonie. Insgesamt verlassen jedes Jahr bis zu 200 handgefertigte Möbel die Manufaktur. Verkauft werden sie nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich, der Schweiz und in Lichtenstein über den Fachhandel.

Behinderte integrieren 

Meist sind die Möbelstücke in schwarz und weiß gehalten - zumindest in Deutschland. Auch in den Farben des Lieblings-Fußballclubs baute das Team schon Schränke. In der Schweiz sind eher knallige Farben gefragt. Generell werden mehr als 200 Farben zur Gestaltung der Stücke angeboten. In vielen Arztpraxen, Anwaltskanzleien, Firmen und Verbänden stehen die Möbelstücke. Zu sehen sind sie aber auch oft im Fernsehen. Bei Serien wie „Die Chefin“, „Mord in bester Gesellschaft“ und im „Tatort“ spielen die Aluminium-Möbel regelmäßig Nebenrollen.

„Für Menschen mit Behinderungen ist das ein guter Arbeitsplatz“, sagt Claudia Lieberknecht, Sprecherin von BDKS, über die Möbelmanufaktur. Der Baunataler Diakonie ist wichtig, dass die behinderten Mitarbeiter in der Werkstatt einer „ernsthaften Arbeit nachgehen“. Immer mal wieder rotieren die Aufgaben, damit sie viele Bereiche kennen lernen. Dass das Spaß macht, bestätigt Julian Mascher, während er an Rollladen für die Schränke arbeitet und damit hilft, ein weiteres Unikat herzustellen.

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