Museen dürfen wieder öffnen

Mühle Laar: Zierenberger hoffen, dass der Pachtvertrag des Museums verlängert wird

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Ansturm auf die Mühle Laar, als Corona noch kein Thema war: Horst Röhling zeigt auf unserem Archivfoto, wie früher Mehl gemahlen wurde.

Museen dürfen zwar wieder öffnen, doch wie die Hygieneauflagen in der alten Mühle in Laar umgesetzt werden sollen, ist noch nicht geklärt. Dem Touristikverein plagen noch andere Sorgen.

Laar – Wie alle Museen war auch die alte Mühle in Laar wegen der Corona-Pandemie geschlossen. Seit Montag darf sie wieder öffnen. Der Touristikverein beratschlagt jedoch derzeit, wie man unter Hygieneauflagen Besucher gefahrlos durch die engen Gänge der Mühle schleusen kann. 

„Eins steht schon fest, den besucherstarken Mühlentag an Pfingsten werden wir in diesem Jahr nicht ausrichten können“, sagt der Vorsitzende des Touristikvereins Horst Röhling, der sich in den nächsten Monaten allenfalls Führungen mit einer Handvoll Besucher vorstellen kann.

Die Zukunft der Mühle ist noch ungewiss

Doch ihn plagen noch andere Sorgen: Ungewiss ist auch die weitere Zukunft der Mühle, in der Ausstellungsstücke von Mühlen aus ganz Hessen gezeigt werden. Ende Januar 2022 läuft der Pachtvertrag des Wasserverbandes Diemel mit dem Eigentümer Ernst-Uwe von Starck aus, der 1992 für 30 Jahre geschlossen worden war. 

Der Landkreis Kassel hatte seinerzeit mit dem Aus- und Fortbildungsverbund die Mühle saniert, der ehemalige Landrat Dr. Udo Schlitzberger kümmerte sich selbst um die Sammlung der historischen Ausstellungsstücke. Dazu, ob es einen neuen Pachtvertrag geben kann, wollte sich Eigentümer von Starck derzeit nicht äußern. 

Coronakrise behindert Gespräche über Pachtvertrag

„Auf mich ist noch niemand zugekommen. Ich bin gesprächsbereit“, erklärte er. Der Wasserverband habe sich schon längst mit von Starck, dem Touristikverein, dem Landkreis Kassel und der Denkmalpflege an einen Tisch setzen wollen, erklärt die Geschäftsführerin des Wasserverbandes Diemel, Nicole Lipphardt.

Allerdings sei die Coronakrise dazwischen gekommen und binde viel Zeit. Eins macht Lipphardt jedoch klar: „Wenn wir die Mühle nur für eine Zeit von zwei oder drei Jahren pachten können, bekomme ich keine Fördergelder für die Sanierung.“

Und die ist nötig, um die Mühle zu erhalten. Bis vor drei Jahren lief auch das Mühlrad noch und erzeugte durch Wasserkraft Strom. Weil es marode war, musste der Betrieb eingestellt werden.

„Wir hoffen sehr, dass die Mühle weiter für Schulklassen, Kindergärten, Vereine und andere Gruppen offenbleibt. Sie ist ein Besuchermagnet“, sagt Horst Röhling. Ein Verlust der Mühle wäre ein herber Verlust für den Tourismus. Sorgen macht er sich in diesen Fall auch um das historische Inventar: „So was kann man heute nirgends mehr finden.“

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