30 Zuhörer

Konzert auf der Dachterrasse in der Zierenberger Altstadt

Machten da weiter, wo sie kurz vor Pandemiebeginn aufgehört hatten: Daniel del Valle und Jacopo Cavol live in Zierenberg.
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Machten da weiter, wo sie kurz vor Pandemiebeginn aufgehört hatten: Daniel del Valle und Jacopo Cavol live in Zierenberg.

Gut 30 Zuhörer waren zu einem besonderen Konzert gekommen, das auf einer Dachterrasse in der Zierenberger Altstadt über die Bühne ging.

Zierenberg – „Hallo, ich bin der Olli, und das ist mein Wohnzimmer.“ Viel mehr Worte brauchte Oliver Diestelmann nicht, als er vor anderthalb Jahren in seiner zur Konzertbühne umfunktionierten Altbauwohnung zum ersten Mal die Band „Sleepwalker’s Station“ und mit ihr gut 50 Zuhörer in Zierenberg begrüßt hat.

Dann kam Corona und eine ziemlich lange Durststrecke für Musiker und ihre Fans, auch der Gastgeber im Warmestädtchen musste seine gerade an Fahrt aufgenommene Reihe an Sofa-Konzerten wieder einstellen – jetzt. Statt ins Wohnzimmer ging es am Samstagabend auf die großzügige Dachterrasse mitten im Herzen der Zierenberger Altstadt, alles vorbildlich organisiert, sämtliche Besucher waren getestet oder geimpft.

Die Show im Nu ausverkauft, was nicht nur an der coronabedingt auf 30 Besucher begrenzten Kapazitätsgrenze lag, machte Diestelmann genau da weiter, wo er im Februar aufhören musste, mit einem erneuten Gastspiel von Daniel del Valle und Jacopo Cavoli, die als „Sleepwalker’s Station“ die Zierenberger abermals mitnahmen auf einen gechillten Trip einmal rund um den Globus.

Zwischen Zwischen Open-Air-Bar und Liegestühlen sammelten Publikum und Künstler Eindrücke und Souvenirs aus jedem Land und jeder Region, die sie musikalisch besuchten. Fünf Sprachen und vier Dialekte braucht Singer/Songwriter del Valle für seinen akustischen Welt-Folk, der mit einem Hauch Flamenco, ein bisschen Chanson und immer mit jeder Menge Gefühl mitten ins Herz geht.

Kein Wunder, dass er überall auf der Welt gern gesehener Gast ist, nicht nur auf kleinen nordhessischen, sondern auch auf den ganz großen Bühnen legendärer Veranstaltungen wie etwa dem Open-Flair in Eschwege oder dem Glastonbury-Festival in England.

Konzerte wie bei Oliver Diestelmann werden möglich durch die Internetplattform „Sofa Concerts“, über die das komplette Gastspiel von der Anfrage bis zur Gagenverhandlung abgewickelt wird. Diestelmann hatte sie einst in der TV-Show „Höhle der Löwen“ entdeckt und war direkt Feuer und Flamme gewesen, wie auch Wahl-Berliner del Valle, dem es egal zu sein scheint, ob er vor großer oder kleiner Zuhörerschar auftritt.

In Zierenberg jedenfalls musizierte sich der Weltenbummler auch diesmal wieder mit jeder Menge Spielfreude durch seine musikalischen Reisegeschichten, ließ dabei seinen Songs von Cavolis Trompetenspiel diese einzigartige „Sleepwalker’s Station“-Würze geben, wenn der nicht gerade als bayrisch singender Italiener überzeugte.

Dass Publikum und Künstler nach gefühlter Endlos-Corona-Pause ganz offensichtlich gleichermaßen nach Livemusik gedürstet haben, zeigte sich dann spätestens, als alle gemeinsam von der Dachterrasse aus ein zufriedenes „Des is a scheene, scheene Wäid“ in Richtung des Zierenberger Abendhimmels schickten – und das nach einem furiosen Konzert aus vollster Überzeugung. (Sascha Hoffmann)

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