Bombe? Reliquie? Nudelholz? Goldkegel aus Zierenberg beschäftigte Jerusalem

Keine wertvolle Reliquie: Der goldene Kegel, der auf einem antiken Friedhof in Jerusalem gefunden wurde, kommt ursprünglich aus Zierenberg. Foto: Yoli Shwartz/Israelische Alterumsbehörde/dpa

Zierenberg. Das Rätsel ist gelöst: Der auf einem Friedhof in Jerusalem gefundene Goldkegel ist keine archäologische Sensation, sondern ein Esoterik-Produkt aus Zierenberg.

Der Fund eines mysteriösen goldenen Kegels aus Zierenberg auf einem Friedhof in Jerusalem hatte Israels Altertumsbehörde in Aufregung versetzt. Ein Friedhofsangestellter hatte zunächst befürchtet, es handele sich um eine Bombe, und Sprengstoffexperten der Polizei gerufen.

Nach der Entwarnung begann ein monatelanges Rätselraten. Handelt es sich bei dem Fund um eine wertvolle jüdische Reliquie oder ein antikes Nudelholz? Die Lösung kam mithilfe des Internets. Ein Aufruf der Behörde auf Facebook brachte dank eines Hinweises von Micah Barak aus Italien innerhalb weniger Stunden Gewissheit: Der Goldkegel ist ein sogenannter Isis-Beamer und kommt aus Zierenberg.

Beim Hersteller, der Firma Weber Bio-Energie-Systeme und Umwelt-Technologien, beschreibt man den Kegel als Feng-Shui-Gerät. Aufgrund seiner ausgewählten Metalle und Form könne der Isis-Beamer dazu geeignet sein Elektrosmog zu harmonisieren, schreibt das Unternehmen in einer Erklärung auf seiner Internetseite. Das soll einen positiven Effekt auf Menschen, Tiere und Pflanzen haben.

Benannt ist das Gerät nach der ägyptischen Göttin der Heilung. Eine Verbindung zur Terrororganisation „Islamischer Staat“ besteht daher nicht. „Wir verkaufen diese Geräte schon seit 20 Jahren“, schreibt der Hersteller. In dieser Zeit habe man bereits rund 50.000 Isis-Beamer von Zierenberg aus auf der ganzen Welt verkauft.

„Wir können leider nicht sagen, wer das Gerät in Jerusalem platziert hat“, teilt die Firma Weber mit. „Die Person hatte vermutlich die Absicht, dass der Isis-Beamer einen positiven Einfluss auf den Friedensprozess in Israel haben sollte.“

Die israeliche Altertumsbehörde will dieser Frage weiter nachgehen. „Wir hoffen, dass jene, die es auf dem Friedhof versteckt haben, sich bei uns melden und uns erklären, warum es in einem antiken Gebäude vergraben wurde und welchen Toten sie positive Energie verleihen wollten“, sagt Behördensprecherin Yoli Shwartz. Vielleicht melden sich die Verantwortlichen ja nach einem weiteren Aufruf im Internet.

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