Er soll über die Startbahn gelaufen sein

Nach Unfall eines Segelfliegers bei Zierenberg: Polizei sucht nach Jogger

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Segelflieger auf Dörnberg bei Zierenberg abgesackt: Ein Fluglehre r und eine 17-jährige Schülerin wurden am Donnerstagabend verletzt, weil ein Jogger den Start des Segelflugzeugs behindert haben soll.

Nach dem Absturz eines Segelfliegers auf dem Dörnberg in Zierenberg ist der genaue Hergang des Unfallls noch immer nicht geklärt. Ein Jogger soll ihn verursacht haben.

Aktualisiert am 27. April

- Die Polizei sucht weiter nach dem Jogger, der einen Unfall auf einem Segelflugplatz in Nordhessen verursacht haben soll. Wie ein Sprecher am Samstag sagte, befinden sich die verletzte Flugschülerin und ihr ebenfalls verletzter 46 Jahre alter Fluglehrer mittlerweile auf dem Weg der Besserung. Die 17-jährige Flugschülerin sei aus der Klinik entlassen worden, hieß es. Beide wurden am Donnerstag verletzt, als das Segelflugzeug während des Starts aus etwa fünf Meter zu Boden stürzte. Nach den Angaben eines Zeugen war ein Jogger trotz des gerade abhebenden Fliegers über die Startbahn gelaufen. Eine Aufsichtsperson habe dies bemerkt und ließ den Start abbrechen.

"Bislang gibt es keinen entscheidenden Hinweis auf den Jogger", sagte der Sprecher der Polizei. Die Behörde ermittelt wegen des Verdachts des gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr und der fahrlässigen Körperverletzung.

Nach dem Unfall eines Segelfliegers: Blick ins Vereinshaus

„Nachdem es Gott sei Dank einigermaßen glimpflich verlaufen ist, ist hier die Stimmung wieder normal“, sagt ein Anwesender. Besucht man die Mitglieder der Flugsportvereinigung, klingt der Absturz des Segelflugzeugs am Donnerstag unerwartet anders, als bisher angenommen. Mehrere Männer und Frauen sitzen in dem Vereinshaus auf dem „Hohen Dörnberg“ bei Zierenberg am Tisch bei Kaffee beisammen, zwischendurch klingelt das Telefon und die Presse ist dran. Hier ist die Stimmung vor allem eins: undramatisch.

Niemand möchte seinen Namen nennen, da der Unfallverlauf noch ermittelt werde und keiner der Anwesenden persönlich beim Unfall dabei war. Trotzdem spricht man miteinander im Verein. „Natürlich, als wir davon gehört haben, waren wir alle geschockt“, sagt ein Mitglied, andere stimmen zu: „Das Wichtigste ist ja, dass nicht noch mehr passiert ist.“

Die 17-jährige Flugschülerin sei mittlerweile aus dem Krankenhaus entlassen worden, sie werde den Schock erst verdauen müssen. Dem Fluglehrer gehe es besser. Das Flugzeug sei nur sehr leicht beschädigt.

Ausgerechnet beim letzten Start eines zweiwöchigen Lehrgangs geschah dann der Unfall, der für Aufsehen gesorgt hat. Der Fluglehrer besitze etwa 35 Jahre Flugerfahrung, die Schülerin sei seit etwa anderthalb Jahren in Ausbildung. Die beiden saßen im Segelflugzeug und befanden sich unmittelbar in der kritischen Phase des Startens. Dabei ist in einem Kilometer Entfernung eine Winde aufgebaut, die über ein Seil mit dem Flugzeug verbunden ist und es in die Luft befördert. Die Anwesenden dementieren, dass ein Flugschüler die Bodensicherung übernommen hätte. Normalerweise seien ein bis zwei ausgebildete Segelflugpiloten die Startleiter. Sie stehen in der Nähe des Flugzeugs und geben telefonisch dem Windenfahrer Bescheid, der den Start einleitet. Dieser benötige eine weitere Ausbildung. Die Polizei machte dazu auf Anfrage keine Angaben.

Segelflugzeug bei Zierenberg abgestürzt

Segelflugzeug bei Zierenberg abgestürzt
 © HessennewsTV
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„Wenn uns einer in den Start läuft, bleibt uns nicht anderes über, als schnell zu reagieren und abzubrechen“, erklärt ein Mitglied. Ein Jogger sei in Richtung des Seils gelaufen. Er habe den eventuell weiter entfernten Start vielleicht nicht einsehen können, weil das Gelände hügelig sei. Ein weiteres Detail: „Es stimmt auch nicht, dass es einen Absturz oder Crash gegeben hat.“ Das Flugzeug sei nach dem Start noch zu langsam gewesen und daher zu Boden gesackt.

Bisher habe es keinen Unfall dieser Art auf dem Gelände gegeben – auch wenn es üblich sei, dass Wanderer und Jogger die Warnhinweise missachten: „Wir können nicht mehr machen, als das Gelände abzuzäunen und Warnschilder aufzustellen – Es hält sich nur kaum einer dran.“

Konsequenzen werde der Unfall wohl kaum haben.„Jetzt kurz danach wird man wahrscheinlich noch dreimal hinschauen, ob da wer steht“, sagt jemand. Angst würden sie nun aber nicht haben: „Nach einem Autounfall steigen die meisten auch wieder ins Auto.“ Ein Mitglied ergänzt: „Fliegen ist nun mal ein Sport, der nicht ganz risikofrei ist. Wir fliegen alle weiter.“

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