Nach Brandkatastrophe in Zierenberg gibt es Hilfe für die Opfer

Spontane Hilfe aus der Selbert-Schule: Bärbel Mlasowsky, Christine Jakubowsky, Julia, Ivo und Fatima Maricic sowie Schulleiterin Ute Walter. Foto: Hoffmann

Zierenberg. An erholsamen Schlaf ist aktuell nicht zu denken. Immer wieder schreckt Ivo Maricic in der Nacht auf, so sehr quälen ihn die schlimmen Bilder.

Sie wollen ihn seit Anfang Februar einfach nicht loslassen.

Es war am frühen Morgen des 2. Februar, als er von beißendem Rauchgeruch aufschreckte. Das Erdgeschoss seines Hauses in der Zierenberger Mittelstraße stand in Flammen. Ausgebrochen im Partyraum, machte das Feuer das komplette Haus unbewohnbar. Doppelt unglücklich, denn gerade erst war Familie Maricic mit den Renovierungsarbeiten fertig geworden.

Ein Schreck, auch für Tochter Julia, die zu dem Zeitpunkt in ihrem Zimmer unterm Dach schlief. „Dieser Moment, als ich die Sirenen hörte und meine Mutter rein gerannt kam, wird mir wohl ewig in Erinnerung bleiben“, sagt die 16-Jährige, deren zwei Geschwister zur Zeit des Brandes nicht zuhause waren. Sie habe nicht gewusst, was sie tun sollte. „Wir wollten nur noch raus, mitgenommen haben wir nichts, außer das Handy.“ Am ganzen Körper zitternd, habe sie unter Schock gestanden. „Alles ging so schnell, beruhigt war ich erst, als meine Eltern und ich draußen waren, das hätte auch anders ausgehen können.“

Trotz schnellen Einsatzes: Im Haus der Familie Maricic war nicht viel zu retten. Was den Brand im Partyraum (Foto) des Erdgeschosses ausgelöst hat, weiß die Familie noch nicht genau. Möglicherweise war es ein Kabelbrand.

Während sie mit einer leichten Rauchvergiftung ärztlich versorgt wurde, machte sich ein Großaufgebot der Feuerwehren an die Löscharbeiten. Doch auch sie konnten nicht viel retten, glücklicherweise aber ein Übergreifen der Flammen auf benachbarte Häuser verhindern. „Wir haben so gut wie alles verloren, wenn nicht durch die Flammen, dann durch das Löschwasser“, sagt Mutter Fatima, die wie ihre Tochter dennoch positiv in die Zukunft blickt.

Mut macht ihnen die Anteilnahme vieler Freunde und auch Zierenberger Bürger. So haben Schüler, Lehrer und Förderverein von Julias ehemaliger Schule eine Spendenaktion organisiert. Stolze 500 Euro haben Ute Walter, Leiterin der Elisabeth-Selbert-Schule, Fördervereinsvorsitzende Bärbel Mlasowsky sowie Julias ehemalige Klassenlehrerin Christine Jakubowsky am Mittwochnachmittag an die Familie übergeben. „Das ist schon krass“, freute sich die ehemalige ESS-Schülerin. „Ich war sechs Jahre an der Schule, habe dort meinen Abschluss gemacht und Frau Jakubowsky kennt mich seit der sechsten Klasse, dass alle zusammen für uns gesammelt haben, macht mich enorm glücklich.“

Benefizkonzert am Sonntag 

Auch ihre neue Schule in Kassel hat spontan für die Maricics gesammelt, und der Zierenberger Chor Just Voices hat ein Benefizkonzert organisiert. Unter dem Motto „Gemeinsam in der Not zusammenstehen“ wollen die Sänger am Sonntag, 8. März, ab 16 Uhr in der Stadtkirche Spenden sammeln. „Das Geld können wir natürlich gut für Möbel und das Haus gebrauchen, denn sobald wir von der Versicherung grünes Licht bekommen, wartet da jede Menge Arbeit auf uns.“ Bis es soweit ist, sucht Familie Maricic, die derzeit in einer Ferienwohnung untergebracht ist, eine neue Bleibe. Vier Zimmer sollten es sein, möglichst in Zierenberg. Über Angebote freut sich Julia Maricic unter Telefon 0162/7601631.

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