Neubau Naturparkzentrum

Quartiersuche am Dörnberg: Naturparkzentrum soll in Kulisse der Helfensteine bleiben

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Anlaufstelle für Besucher: das Naturparkzentrum Habichtswald am Dörnberg. In den kommenden Jahren soll ein neues Domizil in unmittelbarer Nachbarschaft entstehen.

Das Naturparkzentrum Habichtswald steht vor erheblichen Veränderungen. Denn der Verein will spätestens Ende 2023 den bisherigen Standort verlassen.

Der Naturpark Habichtswald ist Mieter der Immobilie am Hohen Dörnberg, die der Genossenschaft Lebensbogen seit dem Jahr 2015 gehört. 

Die drei Träger des Naturparks – Stadt und Landkreis Kassel sowie der Landkreis Schwalm-Eder – werden in den kommenden Monaten eine Machbarkeitsstudie erstellen lassen, sagt Harald Kühlborn, Sprecher des Landkreises Kassel. Sie soll ausloten, welches Grundstück die besten Voraussetzungen für einen Neubau bietet. 

Naturparkzentrum soll am Dörnberg bleiben

Dabei scheint eines völlig klar: Das neue Naturparkzentrum soll am Dörnberg bleiben. „Dort oben gibt es freie Flächen, die genutzt werden könnten“, sagt Kühlborn. Jürgen Depenbrock, Geschäftsführer des Zweckverband Naturpark Habichtswald, hat verschiedene Optionen bewertet. Die aus seiner Sicht für ein Naturparkzentrum attraktivste ist eine Fläche der Stadt Zierenberg, auf der sich bereits der Grillplatz und das Keltenhaus befinden. Mit der Kommune stehe man im Kontakt. Daneben sei noch Platz. Zudem, so Kühlborn, verfüge die Genossenschaft Lebensbogen über freie Flächen. 

Genossenschaft Lebensbogen will Gebäude selbst nutzen 

Geprüft werde auch, ob sich auf ihrem Gelände ein Neubau anbiete. Der Parkplatz zwischen Dörnberghaus und Naturparkzentrum habe ebenfalls Potenzial. Ferner gebe es eine Fläche neben dem Vereinssitz der Flugsportvereinigung Kassel-Zierenberg gegenüber dem Café Helfensteine. Der Naturpark ist mit den jetzigen Räumen nicht mehr zufrieden – Kritik gibt es vor allem aus energetischen Gründen. Gleichzeitig will die Genossenschaft Lebensbogen das Gebäude selbst nutzen. 

Kühlborn: Bis Ende 2023 eine Lösung finden

Der Mietvertrag sei zwar noch nicht gekündigt worden, beide Seiten wüssten aber um die Situation des jeweils anderen. Laut Kühlborn würden die Kosten für das neue Naturparkzentrum entsprechend der Beteiligungen unter den Trägern aufgeteilt (Stadt Kassel 50 Prozent, Kreis Kassel 35 Prozent und Schwalm-Eder-Kreis 15 Prozent). Zudem hofft der Naturpark auf Fördermittel. Kühlborn ist zuversichtlich, dass bis Ende 2023 eine Lösung gefunden wird. Die Machbarkeitsstudie sei ein erster Schritt. 

Als Jugendhof in den 1960-er Jahren errichtet

Anfang der 1960er-Jahre hat das Land Hessen am Dörnberg den Jugendhof Dörnberg errichtet und damit jenes Gebäude, in dem seit zehn Jahren das Naturparkzentrum untergebracht ist. Nachdem die Immobile ab dem Jahr 2000 für einige Jahre leer stand, wurde sie von 2003 bis 2005 von der Klinik in Fürstenwald genutzt. Dann wechselte das Objekt zwei Mal den Besitzer. Seit 2015 gehört es dem Verein Lebensbogen.

Die Idee für einen Neubau des Naturparkzentrums ist nicht neu, sagt der Geschäftsführer des Zweckverbands Naturpark Habichtswald, Jürgen Depenbrock. Als sich herausgestellt habe, dass der Verein Projekt-Lebensbogen seine Immobilie nicht habe verkaufen wollen, habe die Suche nach Alternativen begonnen.

Naturparkzentrum hat viele Besucher 

Die vielen Besucher, die das Zentrum am Dörnberg seit dessen Einrichtung vor zehn Jahren besuchen, seien ein starkes Argument für ein Festhalten am Standort. „Wir können 10 000 Gäste pro Jahr nicht einfach aufgeben“, sagt Depenbrock. Die Landschaft rund um die Helfensteine und die ausgedehnten Wacholderhänge ziehen das ganze Jahr über Publikum an. Viele kombinierten eine Wanderung mit einem Besuch im Naturparkzentrum, interessierten sich dort für die wechselnden Ausstellungen, die zum Verkauf angebotenen regionalen Produkte und informierten sich über den Naturpark.

Klare Präferenz 

Die Grundstücke, über die nun die Machbarkeitsstudie mit Hilfe von EU-Fördermitteln erstellt wird, befinden sich alle außerhalb des Naturschutzgebietes. Welche der Alternativen am Ende umgesetzt werde, sei offen. Allerdings habe der Zweckverband mit einer Fläche, die sich im Eigentum der Stadt Zierenberg befindet und die nur wenige Meter entfernt vom derzeitigen Standort in südlicher Richtung liegt, eine klare Präferenz.

Neubau soll nicht größer werden

Mit dem Gebäude selbst wolle der Naturpark in ökologisch und energetischer Hinsicht eine Vorbildfunktion übernehmen, sagt Depenbrock. „Wir wollen mit Naturmaterialien bauen. Das Gebäude soll sich harmonisch in die Kulisse der Helfensteine und die Landschaft einfügen.“ Der Neubau soll nicht viel größer werden als das jetzige Domizil, allerdings strebe man eine bessere Raumaufteilung an. Büros, Ausstellungsfläche, Boutique – all das soll wieder entstehen. Zusätzlich soll es Seminarräume geben. Diese könnten auch von Schulklassen genutzt werden. Auch eine Art Werkraum für Schüler sei denkbar.

Lebensbogen will wachsen

Annett Gnass, Aufsichtsrätin in der Genossenschaft Lebensbogen eG, bedauert die angekündigten Veränderungen. „Wir waren sehr glücklich, dass das Naturparkzentrum bei uns war.“ Aber es sei auch richtig, dass die Lebensbogen-Gemeinschaft wachsen wolle und dafür die dann frei werdenden Räume nutzen möchte. Derzeit lebten auf dem Grundstück 20 erwachsene Mitglieder, „für bis zu 100 Menschen haben wir eine Genehmigung“. Annett Gnass hofft, dass das Naturparkzentrum in der Nähe bleibt.

naturpark-habichtswald.de

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