Neuer Bahntunnel Zierenberg: Für Laster wird es eng

Großbaustelle: Ein Hinweisschild an der Baustellenstraße weist auf die Arbeiten hin.

Zierenberg. Der Ausbau des Bahntunnels in Zierenberg hat noch nicht richtig angefangen und sorgt doch schon für Ärger.

Es sei versprochen worden, dass der Lkw-Verkehr aus der Altstadt herausgehalten wird, sagt Bürgermeister Stefan Denn (SPD). Doch daran halte man sich nicht, so der Vorwurf.

Häufiger schon sind Laster von der Baustelle in der Stadt gesichtet worden. Beispielsweise würden sie über die kleine Brücke beim Freibad fahren - obwohl dies nicht im Logistikplan vorgesehen und damit nicht erlaubt ist, sagt Denn. „Auch uns ist bekannt geworden, dass der ein oder andere Lkw einen anderen Weg genutzt hat“, räumt Hans-Martin König, Leiter Infrastruktur bei der Kurhessenbahn, ein. „Wir haben daraufhin nochmals auf die zu nutzenden Wege hingewiesen. Das muss sich erst einspielen.“ Die Zusagen sollen eingehalten werden, sagt König. Alle Spediteure würden einen Lageplan mit den zu nutzenden Baustellenzufahrten bekommen.

Hans-Martin König

Damit der Lkw-Verkehr fließen kann, der den Abraum abtransportiert, wurden Begegnungsbuchten gebaut. In Abstimmung mit Ortslandwirten und Kommunen wurden solche Buchten entlang der Wirtschaftswege in der Gemarkung Zierenberg zwischen der Landesstraße 3211 und Landesstraße 3220 sowie in der Gemarkung Ehlen zwischen der L 3220 und der Bundesstraße 251 angelegt. Damit ist dort Platz für sich begegnende Lkw und auch für landwirtschaftliche Fahrzeuge.

Kurve erweitern 

Platzprobleme gibt es trotzdem. An der Horkenhäuser Mühle haben lange Sattelzüge Schwierigkeiten, über die Brücke zu fahren, weil die Breite der Straßenparzelle nicht ausreicht, sagt König. Die Situation dort sei grenzwertig, sagt Stefan Denn. „Da muss noch einiges gemacht werden.“ Hans-Martin König: „Wir versuchen durch Inanspruchnahme von privaten Flächen die Schleppkurve aufzuweiten. Hierfür müssen noch Verhandlungen mit einem Eigentümer geführt werden.“

Gebraucht werden die Strecken, um den Abraum abzutransportieren. Innerhalb eines Jahres werden schätzungsweise 114 000 Kubikmeter anfallen und damit zehntausende Lkw-Fahrten. Wo der Abraum deponiert wird, ist noch nicht endgültig geklärt. Es solle eine Lösung gefunden werden, die „möglichst wenig Beeinträchtigungen für Mensch, Umwelt und Natur“ beinhalte.

Das kleine Foto zeigt die schmale Brücke an der Horkenhäuser Mühle. Fotos:  Renner/Archiv

Wie belastet der Boden ist, ist derzeit auch noch unklar. Davon ist unter anderem auch abhängig, zu welcher Deponie der Aushub gebracht wird. Erst, sobald der Boden ausgebaut und auf der Zwischenablage beprobt wurde, kann die Belastung geklärt werden.

Die Baustraßen werden ab dieser Woche regelmäßig bewässert, um Staubentwicklung zu vermeiden. Auch werde bald auf der Zierenberger Seite eine Lkw-Reifenwaschanlage installiert, um Schmutz zu vermeiden.

ür den eigentlichen Tunnelbau wird zwischen späterer Gleistrasse und Dörnbergstraße eine sogenannte Bohrpfahlwand erforderlich, um die steile Böschung abzufangen. Für den Bau dieser Wand muss die Dörnbergstraße halbseitig für etwa sechs bis acht Wochen gesperrt werden. Die Arbeiten sollen am 15. Juni beginnen.

In den Nächten vom 8. bis 13. Juni wird zwischen 0.30 und 4.30 Uhr während der Betriebsruhe zum Schutz des Eisenbahnverkehrs eine Betongleitwand entlang des Gleises errichtet.

Diese verhindert, dass Gesteinsbrocken in den Gleisbereich gelangen. Für den Bau der Gleitwand während der Nacht ist mit Lärm durch Baustellenfahrzeuge zu rechnen. Die Kurhessenbahn bittet Anwohner deshalb um Verständnis.

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