Gegründet in den 80ern

Platten für ganz Europa: Oelshäuser Betrieb ist Spezialist für große Öfen

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Von Generation zu Generation: Gründer Walter Schaub hat den Oelshäuser Betrieb Schaub Backofenplatten Anfang des Jahres an seinen Sohn Marco übertragen. Die kleine Firma stellt Platten für Hersteller von Backöfen in Europa her, die Großbäckereien beliefern. 28 Tage lagern die Komponenten, bis sie an die Partner geliefert werden.

Oelshausen. In unserer Serie "Made im Wolfhager Land" stellen wir besondere Firmen und Produkte aus der Region vor. Den Anfang macht der Oelshäuser Betrieb Schaub Backofenplatten.

Im Jahr 1985 hatte Walter Schaub endlich den Dreh raus. Zement, Sand, Zusatzstoffe, alles im optimalen Mischungsverhältnis. Die Rezeptur bildet noch heute den Grundstein für den Oelshäuser Familienbetrieb Schaub Backofenplatten, der gemeinsam mit einem Konkurrenten aus den Niederlanden den europäischen Markt beherrscht.

Die kleine Firma fertigt Herdplatten an. Damit hat sie eine wirkliche Nische gefunden. Sie beliefert verschiedene Hersteller von Backöfen in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Tschechien und der Schweiz. Bei den Öfen handelt es sich nicht um Herde im üblichen Küchenformat, sondern um deutlich größere Exemplare für Bäckereibetriebe. Mit den Maßen 1,20 mal zwei Meter fallen sie aus dem gewohnten Rahmen.

Maschinenarbeit: Der Roboter schneidet die Platten auf Maß zu, Mitarbeiter Norbert Kolodziej sortiert den Abschnitt aus, der als Bauschutt entsorgt wird.

Gegründet wurde der Betrieb Mitte der 1980er-Jahre. Marco Schaub (43), der erst im Januar von seinem Vater die Verantwortung für die Firma übertragen bekam, erinnert sich noch gut an die Anfänge. Als Zwölfjähriger habe er an den Behältnissen gestanden und seinen Vater dabei beobachtet, wie dieser mit den Materialien experimentierte. Damals waren die leichteren und mit hervorragenden Gebrauchseigenschaften ausgestatteten Eternit-Platten wegen ihrer Asbestbelastung vom Markt genommen worden. Die Industrie suchte händeringend nach einer Alternative. Der heute 73-jährige Maurermeister hatte seine Lehrjahre in einem Betrieb absolviert, in dem Ofenplatten per Hand hergestellt worden waren. Sein Wissen und sein Einfallsreichtum half den Produzenten von Öfen für Großbäckereien aus der Klemme. Über die Jahre wurde die Betonmischung immer weiter optimiert.

Heute stellt der kleine Betrieb, in dem der Chef noch selbst mit anpackt und in dem neben zwei weiteren festen Angestellten noch bis zu vier Aushilfen arbeiten, 1200 Ofenplatten her. Produziert wird lediglich an ein bis zwei Tagen pro Woche. Der Jahresumsatz liegt bei 600.000 Euro, „Tendenz leicht steigend“, sagt Marco Schaub.

Längst übernehmen computergesteuerte Maschinen die Arbeiten, die früher per Hand erledigt werden mussten. Zunächst wird das Betongemisch angerührt. Anschließend werden die Platten gegossen. Die Rohlinge müssen einige Zeit aushärten, ehe sie nach den Wünschen der Kunden zugeschnitten werden. Nach 28 Tagen werden die rosafarbenen und grauen Platten, die Temperaturen bis 400 Grad Celsius tolerieren.

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