Erster Festzugswagen war ein Käfer

Oelshäuser Narren wollten in diesem Jahr den 50. Vereinsgeburtstag feiern

Lara Meyer (links) und Ann-Kristin Reitze haben eine digitale Büttenrede unters Narrenvolk gebracht.
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Oelshäuser Narren feiern Corona-Karneval: Lara Meyer (links) und Ann-Kristin Reitze haben eine digitale Büttenrede unters Narrenvolk gebracht.

Dass die Sonne zum 50-jährigen Bestehen des Oelshäuser Carnevalsvereins (ÖCV) mit ihnen um die Wette strahlt, hätten sich die Jecken im Zierenberger Stadtteil nicht besser wünschen können.

Oelshausen – Dass sie das aber nicht gemeinsam, sondern corona-bedingt nur jeder für sich oder in virtueller Runde genießen können, das hatten sie anders geplant. „Wir wollten unser Jubiläum eigentlich groß feiern“, sagt ÖCV-Präsident Tim Werkmeister, der sein närrisches Heimatdorf wohl niemals zuvor an einem Sonntag vor Rosenmontag derart einsam und verlassen erlebt hat. „Ein einziges mal ist unser großer Umzug ausgefallen, das war damals während des Irakkrieges“, erinnert sich Werkmeister, der zwar größtes Verständnis für die aktuellen Verbote hat, sich das Jubiläumstreiben in der kleinen Karnevalshochburg doch aber anders gewünscht hätte. „So geht es uns hier wohl allen“, sagt er und hat mit seinen ÖCV-Freunden alles gegeben, den Mitgliedern und treuen Zuschauern zumindest etwas bieten zu können in dieser schwierigen Zeit. „An der Bundesstraße haben wir ein karnevalistisches Strohpuppen-Pärchen in klassischer Oelshäuser Optik aufgestellt, um die Menschen daran zu erinnern, dass Karneval ist“, berichtet Werkmeister, der gemeinsam mit seinen Vorstandskollegen außerdem kleine Präsente an die Mitglieder der Garden und ihre Trainerinnen verteilt hat, die aktuell eigentlich Hochkonjunktur hätten und sich regelmäßig sehen würden, statt allein zuhause zu sitzen.

Beim ersten Karnevalsumzug in Oelshausen im Jahr 1971 wurde ein VW-Käfer geschmückt.

Wirklich untätig sind die ÖCVler eben auch während ihrer Zwangspause nicht.

Seit Wochen werkeln sie etwa an ihrem Internetauftritt, der sich pünktlich zur Jubiläumssession im neuen Glanz präsentiert. „Wir bereiten außerdem gerade eine Jubiläumszeitung vor, arbeiten uns dafür durch Kisten voller Material, scannen bergeweise Fotos ein und tauschen auf virtuellem Weg Erinnerungen aus“, so der ÖCV-Präsident.

All das habe längst die Vorfreude auf all das geweckt, was nach Corona komme. „Wir hoffen natürlich auf eine baldige Besserung der Lage, um vielleicht im späteren Verlauf des Jahres doch noch eine kleinere Feier zu unserem 50-jährigen Bestehen veranstalten zu können, unser bekanntes Logo jedenfalls haben wir schon mal voller Optimismus dafür umgestaltet“, sagt Werkmeister, der dann auf ebenso viel Sonne wie aktuell, aber wesentlich mehr Trubel in der kleinen Karnevalshochburg hofft. (Sascha Hoffmann)

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