Kunstevent

Dorf-eigen-Art: Koreanische Künstlerin stellt in Oelshausen aus

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Auf der Suche nach dem idealen Standort für ihre Kunst: die koreanische Künstlerin Jae Jin Park mit Pfarrer Wolfgang Hanske in der Oelshäuser Kirche.

Zur Dorf-eigen-Art in Oelshausen stellt eine koreanische Künstlerin ihre Werke aus. Ihr Werk besteht aus alltäglichen Gegenständen. 

Als Ausstellungsort dient die Kirche des Zierenberger Ortsteils. Jae Jin Park wirkt ein wenig erschöpft, als sie vergangene Woche in Oelshausen ankommt. „Ich habe die Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln etwas unterschätzt“, sagt die in Düsseldorf lebenden Koreanerin, die zig Stunden im Bus hinter sich gebracht hat, um ins Wolfhager Land zu reisen. Gelohnt habe es sich aber, sagt sie zufrieden lächelnd, während sie gemeinsam mit Pfarrer Wolfgang Hanske die Kirche des Zierenberger Stadtteils besichtigt, die schon bald Raum für ihre Kunst werden soll.

Ein bisschen wie ein Hochhaus: Künstlerin Jae Jin Park zeigt ihre Raum-/Lichtobjekte im Rahmen der Oelshäuser Dorf-eigen-Art.

Im Rahmen der sechsten Dorf-eigen-Art will die in Chungnam geborene Künstlerin im kleinen Gotteshaus ihr Werk „Kokon“ zeigen, und weil sich das mit den Wechselwirkungen von Raum und Licht beschäftigt, interessiert sie sich beim ersten Vor-Ort-Termin vor allem für die Fenster der Kirche. „Wie die Sonne hier hereinscheint, gefällt mir ausgesprochen gut“, sagt Jae Jin Park, die eifrig Fotos mit ihrem Handy schießt und sich mit Pfarrer Hanske über Möglichkeiten der Präsentation austauscht. „Ich bin mir noch nicht ganz sicher, wie es am Ende tatsächlich aussehen wird, aber ich habe nun zumindest eine Vorstellung,“ meint sie.

Ursprung ihrer Arbeit war vor mehreren Jahren eine simple Verpackungsschachtel, deren Form sie „irgendwie fasziniert hat“. Immer mehr kamen mit der Zeit hinzu, in verschiedenen Größen und Tiefen, unterschiedlichen Farben und Formen. „Für mich sind sie alle kleine Räume, und genau die möchte ich in meiner Kunst sichtbar machen“, so die End-Vierzigerin, die ausgediente Verpackungsschachteln nimmt, um ihnen neues Leben einzuhauchen – „wie die Raupe einen Kokon baut, um sich zu verwandeln“.

Boxen mit Türen

In mittlerweile hunderte Boxen habe sie Gänge mit kleinen Türspalten eingebaut. „Die Veränderung der in den Schachteln versteckten Räume ist, je nach Lichteinfall, einfach faszinierend, weckt immer wieder meine Neugierde und spornt mich an, weiterzumachen“, sagt Park, die unzählige ihrer kleinen Raum- und Lichtobjekte in Oelshausen zu einem großen Ganzen zusammenbauen will.

Von außen betrachtet klar definierte, geometrische Formen, geben sie beim Hineinsehen den Blick frei auf eine fiktive Architektur, eine Vielzahl von vermeintlichen Räumen und Gängen, die durch Licht mit Leben gefüllt werden. „Es wird am Ende ein wenig an ein Hochhaus erinnern“, sagt die Künstlerin und freut sich, erstmals bei der Veranstaltung Dorf-eigen-Art in Oelshausen dabei sein zu dürfen.

Galeristen auf Zeit 

Zum mittlerweile sechsten Mal öffnen Oelshäuser Bürger für Dorf-eigen-Art ihre Häuser, Scheunen und Gärten für 25 bildende Künstler aus der gesamten Republik und laden als „Galeristen auf Zeit“ kunstinteressierte Besucher vom 1. bis 8. September in den Zierenberger Stadtteil ein. 

Zum Kunst-Event der etwas anderen Art gehört auch ein Rahmenprogramm mit Konzerten in der Kirche und Künstlergesprächen im urigen Ambiente eines alten Fachwerkhauses. Neu sind in diesem Jahr zwei Workshops, in denen Kinder und Jugendliche gemeinsam mit zwei Künstlern aktiv Kunst machen können. Anmeldung sowie weitere Informationen hierzu bei Alina Hanske unter 01 78/269 46 75.

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