Sechs Millionen Tonnen Plastikmüll landen im Meer

Plastikmüll: Eine Gefahr für Mensch und Tier

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Im Rahmen des Projektes „medien@schule“ haben Schülerinnen der Klasse G9b der Elisabeth-Selbert-Schule in Zierenberg über das Thema Plastikmüll in der Region geschrieben.

Schon oft hat man von der Verschmutzung der Meere durch Plastikmüll gehört. Aber auch unsere Region hat ein Problem mit dem Plastik. Häufig wird die Mülltrennung nicht korrekt gehandhabt: In Bio- und anderen Mülltonnen findet man nicht selten auch Verpackungsmüll, also Kunststoff. Aber auch wenn der Müll korrekt getrennt wurde und die Gelben Säcke abends schon abholbereit vor dem Haus liegen, entdeckt man morgens meistens das reine Chaos. Dann waren die tierischen Randalierer am Werk: Die Waschbären, aber auch Katzen. Sie werden von den Gerüchen der am Plastik vorhandenen Essensreste angelockt und suchen in dem Müll nach Nahrung. Oft verteilen sie den Müll großflächig. Dies ist meistens ein noch größeres Problem, weil der Müll durch den Wind überallhin verteilt wird.

Es gibt kaum Freiwillige, die den Müll wegräumen. Aber auf diese Art und Weise kann es nicht weiter gehen. Wenn man Leute auf die große Verschmutzung und Schädigung der Natur anspricht, ist die Reaktion oft erschreckend. „Ich alleine kann daran doch sowieso nichts ändern“ oder „Ach, diese eine kleine Plastiktüte für meinen Einkauf, die ist ja nicht so schlimm.“ Doch genau diese kleinen unscheinbaren Plastiktüten sind das größte Problem: Jährlich werden geschätzt 300 Millionen Tonnen Plastik produziert. Alleine 35 Prozent dieser riesigen Zahl werden für Verpackungen genutzt.

Es heißt ja immer, dass der Plastikmüll, den wir in Gelben Säcken entsorgen, recycelt wird. Leider werden nur ungefähr 42 Prozent des Plastikmülls recycelt. 56 Prozent werden verbrannt, wobei giftige Gase entstehen. Das restliche Plastik, es sind ungefähr sechs Millionen Tonnen jährlich, landet im Meer. Diese Unmengen an Müll sammeln sich zu ganzen Plastikteppichen, die dann wiederum Müllstrudel bilden. Der größte Müllstrudel, der in unseren Weltmeeren schwimmt, ist mittlerweile so groß wie Mitteleuropa. Für die im Meer lebenden Tiere ist das Plastik eine große Lebensbedrohnung. Albatrosse und weitere Seevögel zum Beispiel verwechseln den Plastik mit ihrer eigentlichen Nahrung und fressen es.

In einem Seevogel, der an dem Müll gestorben ist, findet man häufig 300 Milligramm Plastikmüll.Würde man die Angaben auf den menschlichen Körper umrechnen, dann hätte man eine ganze Brotdose Plastik im Magen. Größere Meeressäuger verheddern sich in alten Fischernetzen, die bis zu 600 Jahre brauchen, bis sie komplett abgebaut sind oder sie bleiben beispielsweise in Getränkekisten stecken. Jährlich sterben so bis zu 100.000 Meeressäuger und -vögel an dem Abfall. Aber auch für die menschliche Gesundheit ist der Plastikmüll im Meer nicht gut. Denn bei der langsamen Zersetzung des Kunststoffes werden Chemikalien und andere giftigen Stoffe ins Wasser abgegeben. Die Fische nehmen diese Stoffe auf und so landen die Bestandteile des Plastiks wieder auf dem Teller der Menschen. Sechs Milliarden Plastiktüten werden allein nur in Deutschland jährlich genutzt und jede Tüte im Durchschnitt nur 25 Minuten. Es würde schon viel helfen, wenn man anstelle von Plastiktüten Stoffbeutel oder Papiertüten nutzten würde. Allerdings ist dabei auch wichtig, dass man diese auch mehr als nur ein oder zweimal nutzt, den ansonsten würde es der Umwelt nicht im geringsten helfen.

Sehr viele Lebensmittel sind heute in Plastik verpackt. Es gibt in großen und modernen Städten wieBerlin, Hamburg oder München verpackungsfreie Biomärkte. In diese Geschäfte kann man einfach mit seinen eigenen Gefäßen gehen und sich die Lebensmittel frisch abfüllen. So vermeidet man den überflüssigen Verpackungsmüll und unternimmt etwas gegen die Rohstoffverschwendung. Plastik wird unter anderem für die Verpackung und zum Frischhalten von Lebensmitteln verwendet. Heutzutage findet man den Kunststoff überall. Von Trinkflaschen, Handys, Möbeln, über Küchengeräte bis hin zu Autos, in all den Gegenständen ist der umweltverschmutzende Kunststoff enthalten. Ein Alltag ohne Plastik ist unvorstellbar und man kann sich das fast überall enthaltene Material nicht mehr wegdenken. Doch es gibt genügend Möglichkeiten und Alternativen, den Verbrauch im Tagesablauf zu reduzieren.

Tipps, um den Plastikverbrauch zu reduzieren

Gut wäre es, wenn Sie...

• die Pfandflaschen der Wasserkiste mehrmals benutzen oder Ihr Getränk in Glasflaschen mitnehmen. Glasflaschen sind übrigens auch besser für Ihre Gesundheit, da keine Weichmacher (wie in Kunststoff) enthalten sind.

• keine Plastiktaschen sondern Papier- und Stofftaschen benutzen, aber diese auch mehrmals.

• sich nicht jeden Tag einen Coffee-to-go kaufen, sondern einen selbst gemachten Kaffee von zuhause in einem Thermobecher mitnehmen. (Das schont auch ihr Portemonnaie.)

• auf Strohhalme aus Plastik verzichten. Es gibt gute wiederverwendbare Strohhalme aus Edelstahl, die auch ihren Zweck erfüllen.

• auf Kaugummi verzichten, denn diese bestehen auch aus Plastik. Und wer möchte schon gerne auf Plastik herum kauen?

• darauf achten, kein in Plastik verpacktes Obst und Gemüse mehr zu kaufen, diese Verpackungen sind oft unnötig.

• im Kühlregal eher nach dem Joghurt im Glas greifen, als zu dem Joghurt im Plastikbecher.

• keine Einwegprodukte aus Plastik kaufen, wie zum Beispiel Einwegrasierer.

• die Gelben Säcke erst am Morgen herauslegen, die Müllsäcke so deponieren, dass keine Tiere daran kommen oder sich eine Tonne für den Gelben Sack mieten, wenn Sie in ihrer Straße ein großes Problem mit aufgerissenen Müllsäcken haben.

Bitte denken Sie daran: Jeder muss seinen Teil zu der Reduzierung des Plastikmülls beitragen. Sonst wird es nur noch schlimmer werden!

Von Maja Staginnus und Rieke Steinwedel

Anmerkung:  Rund 250 Acht-, Neunt- und Zehntklässler haben im Rahmen des Projektes „medien@schule“ Artikel, Fotos und Videos für HNA.de erstellt. Das Projekt von Hessischer Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (LPR Hessen) und der HNA findet im Rahmen von „Medien machen Schule“ statt. Es soll zeigen, wie neue Medien und soziale Netzwerke wie Facebook, Youtube, Twitter und Instagram funktionieren. Hier finden Sie weitere Artikel, die während des Projekts entstanden sind.

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