Abschied von Ute Walter

Schulleiterin verlässt Zierenberger Elisabeth-Selbert-Schule

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Hinterlässt eine große Lücke an der Selbert-Schule: Ute Walter vor einem Bild von Elisabeth Selbert. Die SPD-Politikerin war eine der vier Mütter des Grundgesetzes.

Zierenberg. Eine Wohlfühlschule mit hohe Bildungsniveau, so hatte sich Ute Walter die Zukunft der Zierenberger Elisabeth-Selbert-Schule vorgestellt.

Vor knapp zehn Jahren kam sie in die Warmestadt und bezog ihr kleines Rektorenbüro.

Das mag damals genau so leer gewesen sein wie heute, denn Ute Walter hat ihre Sachen gepackt. Morgen tritt sie eine neue Reise als Leiterin der Brüder-Grimm-Schule nahe ihres Heimatortes Heldra in Eschwege an, im Gepäck zahlreiche Erinnerungen an ihre Zierenberger Jahre. Die waren geprägt von visionärem Schaffen, Teamgeist und einer ordentlichen Portion Temperament gepaart mit Leidenschaft, womit sie und ihre Kollegen die einst totgesagte Gesamtschule wieder fit gemacht haben für die Zukunft.

„Als ich in Zierenberg anfing, traf ich auf leere Schränke, einen leeren PC, und eine Amtsübergabe gab es auch nicht“, erinnert sich Walter. „Ich hatte mir keine leichte Aufgabe ausgesucht, glücklicherweise bin ich auf ein Kollegium gestoßen, das offen war für neue Wege.“

Dazu zählte auch Diethart Rindermann, der bis zu seiner Pensionierung sieben Jahre lang gemeinsam mit Walter im Leitungsteam gearbeitet hat. Zur Verabschiedung am Freitag hatte er nur lobende Worte mitgebracht – und das aus tiefster Überzeugung: „Ute Walter hat eine pädagogische Grundhaltung mit an unsere Schule gebracht, die ich in den 22 Jahren zuvor bei vier anderen Schulleitern so noch nicht erlebt hatte – Verwaltung ja, aber nicht mit diesem unvergleichlichen Brennen für die Sache.“

Neustart

Binnen weniger Monate habe es Walter geschafft, mit der Gesamtschule einen Neustart hinzulegen, der Seinesgleichen suche. „Mit Zielstrebigkeit und Engagement hat sie sich für innovative Projekte eingesetzt und der Schule letztlich zu einer wesentlich größeren Akzeptanz verholfen, der Ruf der ESS ist wieder tadellos.“

All das sei ohne ein engagiertes Kollegium kaum möglich gewesen, sagte Walter bescheiden. „Ich habe lediglich den Rahmen angeboten, die Kollegen waren bereit, viel Neues umzusetzen.“ Besonders gern erinnere sie sich an die Phase als es gelang, über die Grenzen Deutschlands hinweg Projekte zu entwickeln. Mittlerweile seien viele Auslandsexkursionen fester Bestandteil des Schullebens, unter anderem nach England, USA, Frankreich und Italien.

Auch das hat ganz sicher dazu beigetragen, dass Ute Walter mit Fug und Recht behaupten kann, ihr vor knapp zehn Jahren gesetztes Ziel mehr als erreicht zu haben: Die 59-Jährige hinterlässt die Elisabeth-Selbert-Schule als Wohlfühlschule mit hohem Bildungsniveau.

Zukunft

Bis ihre Nachfolge an der Zierenberger Gesamtschule geregelt ist, übernimmt ihr bisheriger Stellvertreter Karsten Engel die kommissarische Leitung. Ute Walter tritt morgen in Eschwege die fünfte Schulleitung ihrer Laufbahn an.

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