Sorge um Ziegen: Diskussion in Zierenberg wegen des Wolfsrisses bei Bebra

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Die Ziegen auf dem Dörnberg sieht ihr Besitzer Frank Schmidt in Gefahr, wenn erneut ein Wolf die Region durchstreift. 

Die drei im Juni in Ronshausen bei Bebra getöteten Schafe wurden von einem Wolf gerissen. Das sorgt auch für Diskussionen und Sorge in Zierenberg.

Bestätigt hat die Wolf-Attacke im Kreis Hersfeld-Rotenburg das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) anhand der Ergebnisse eines Gentests.

Weil von einer gefressenen Fleischmenge von mindestens 120 Kilo ausgegangen werden muss, vermutet der Besitzer, dass dort ein ganzes Rudel zugange war.

Wolfsexpertin Susanne Jokisch vom HLNUG geht hingegen davon aus, dass es ein einzelner Wolf war. „Derzeit gibt es keine belastbaren Indizien dafür, dass sich ein Wolfspaar in Hessen gefunden und ein Territorium besetzt hat“, sagt Jokisch.

Auf die Frage, wie bei einem einzelnen Wolf die große Menge an gefressenem Fleisch zu erklären ist, antwortet Jokisch, dass sich an Kadavern auch andere Tiere bedienten.

In Zierenberg, wo Ostern ein Wolf Schafe bei Rangen riss, kochen angesichts des bestätigten Risses bei Hersfeld wieder die Emotionen hoch. Der Zierenberger Joachim Wadsack, Jäger und Mitglied im Internationalen Rat zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) fordert, dass die Tierhalter sofort unbürokratisch die Schäden ersetzt bekommen, nicht nur für die Tiere, sondern auch für den Arbeitsaufwand, Materialkosten und die geringere Produktion. Die jetzigen Hilfen in Hessen des Ministeriums seien unbefriedigend. „Die Tierhalter von Schafen und Ziegen pflegen unsere Kulturlandschaft. Wenn sie das nicht mehr tun, muss das aus Steuergeldern finanziert werden oder unsere Landschaft verbuscht.“

Frank Schmidt gehört die Ziegenherde, die als Landschaftspfleger am Dörnberg die Grasflächen kurz halten. Nach dem Wolfsriss in Rangen sieht er seine Ziegen in Gefahr. „Ich hänge sehr an meinen Tieren und habe jeden morgen Angst, wenn ich zum Dörnberg hochfahre.“ Sollte ein Wolf zuschlagen, sei das für ihn der Anlass aufzuhören.

Schmidt kümmert sich im Auftrag des Landes Hessen um die Flächen. Um einem möglichen Wolfsriss vorzubeugen, hat er die Schafe eingezäunt und dreht den Strom hoch. Herdenschutzhunde könne er nicht einsetzen, da am Dörnberg zu viele Spaziergänger unterwegs seien. Seine Ziegen weideten oft am Alpenpfad.

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