Stadtpolitiker entscheiden

Fragliche Zukunft des Wochenendgebietes Heilerachtal bei Zierenberg

Das Wochenendhausgebiet im Heilerbachtal bei Zierenberg: Die Idylle trügt. Der BUND kritisiert allerdings die Bebauung und das Dauerwohnen. Jetzt muss die Stadt Zierenberg eine Lösung finden.
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Das Wochenendhausgebiet im Heilerbachtal bei Zierenberg: Die Idylle trügt. Der BUND kritisiert allerdings die Bebauung und das Dauerwohnen. Jetzt muss die Stadt Zierenberg eine Lösung finden.

Wie es mit den Bewohnern des Heilerbachtals bei Zierenberg weitergeht beziehungsweise mit den bebauten Grundstücken, liegt in den Händen der Zierenberger Stadtverordneten.

Zierenberg - Wie berichtet hatte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) die Stadt Zierenberg und die Bauaufsicht des Landkreises Kassel aufgefordert, Verstöße bei der Bebauung rückgängig zu machen. Dabei gehe es beispielhaft um ein Grundstück, bei dem der BUND nach Ortsbesichtigung und Akteneinsicht einen „besonders krassen Missgriff“ herausgegriffen hat.

Hintergrund ist, dass im Heilerbachtal nur eine Wochenendnutzung erlaubt ist, dort aber auch dauerhaft Menschen wohnen. Der Bebauungsplan stammt aus den 1960er Jahren. Und wenn es nach den Bewohnern ginge, würde alles so bleiben, wie es bisher war Sie kritisieren, dass sich der BUND nicht eingeschaltet habe, als für fünf Jahren eine Reitsportarena neben dem Heilerbachtal gebaut wurde. Diese liegt baurechtlich jedoch in einem Mischgebiet. „Die meisten der hier errichteten Häuser entsprechen dem Bebauungsplan oder sind so genehmigt worden. Wegen einzelner Ausfälle werden nun alle 30 Eigentümer verunglimpft“, erklärten die Bewohner.

„Wir sind noch im Gespräch mit der Stadt Zierenberg“, erklärte Harald Kühlborn, Sprecher des Landkreises Kassel. In dem laufenden Verwaltungsverfahren gehe es jetzt um die Prüfung von bauplanerischen Möglichkeiten. Die Stadt Zierenberg lasse sich dabei auch vom Hessischen Städte- und Gemeindebüro beraten und werde wohl ein Planungsbüro beauftragen um zu erörtern, welche Folgen eine Änderung des Bebauungsplanes haben könnte. „Das muss ja auch aus wirtschaftlicher Sicht betrachtet werden“, erklärte Kühlborn.

Das Ergebnis werde dann in einer Stadtverordnetenversammlung in Zierenberg vorgestellt. Einen Termin gebe es dafür aber noch nicht. Nach der Vorstellung werde ein politischer Beschluss herbeigeführt. Bisher ist Fakt, dass ein Dauerwohnen im Heilerbachtal nicht zulässig ist. „Für uns ist der Bebauungsplan die zentrale Grundlage“, sagte Kühlborn. Mittlerweile gebe es ein Infoblatt beim Einwohnermeldeamt, aus dem hervorgehe, dass bei Interesse an einer Bebauung im Heilerbachtal keine Dauerwohnunnutzung erlaubt sei. „Solche Sondergebiete für Wochenendhäuser sind immer umstritten“, so Kühlborn.

Wochenendhäuser sind Gebäude, die dem nicht ständigen Aufenthalt einer Person oder Familie mit anderweitigem Wohnsitz zu dienen bestimmt sind – geht aus den Bestimmungen für die Baugebiete im Heilerbachtal hervor. Auf jedem Grundstück darf nur ein Wochenendhaus errichtet werden. Nebengebäude, außer einer Garage, sind nicht zulässig. Grundstückseinfriedungen dürfen nur als lebende Hecken angelegt werden.  

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