Schilf und Aquarienfische unerlaubt eingesetzt

Nach Fisch-Rettung: Teich am Hasunger Berg wird in Schuss gebracht

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Arbeitseinsatz im leeren Teich am Hasunger Berg. 

Noch im Sommer fand eine Fisch-Rettungsaktion am ausgetrockneten Teich am Hasunger Berg statt. Jetzt wird der Teich gereinigt und von allem möglichen Unrat befreit.

Ehrenamtliche des Burghasunger Museumsvereins kümmern sich nämlich in Zusammenarbeit mit dem Ortsbeirat auch um Bodendenkmäler am Hasunger Berg. Einer der Vorsitzenden ist Josef Sprenger. Und der berichtet, was auf dem Grund des Teichs so alles entdeckt wurde.

Kaum zu glauben – aber die Fische, die gerettet wurden, gehörten gar nicht in den Teich. „Das waren offenbar Fische aus Aquarien“, sagte Sprenger. Der Teich sei ein Biotop. Und bekannt sei auch, dass der Teich zur Übergabe von Aquarienbeständen genutzt wird. „Das gehört schon in den Bereich der Tierquälerei“, sagte Sprenger.

Auch das Schilf sei auf „wundersame“ Weise in den Teich gelangt und gehöre ebenso wenig hinein. Ein Wurzelbestand des Schilfs sei noch von Folie umhüllt gewesen. Vor zwei Jahren erst wurde der Teich gesäubert und war an der jetzigen Fundstelle „blank“. 

Im Teich entsorgt und jetzt entdeckt: Ein Zigarettenautomat. 

Also muss das Schilf danach eingebracht worden sein. „Vielleicht gut gemeint. Aber es kann ja nicht sein, dass da einfach jemand Schilf einsetzt“, sagte Sprenger. Durch die Schilfpflanzen würde der Teich verlanden, weil sich zwischen den dichten Halmen mit der Zeit viel Schlamm ansammelt. Deshalb wurden jetzt auch bei Arbeitseinsätzen die Schilfpflanzen, so gut es ging, entfernt.

Also haben einige Faktoren zum Austrocknen des Teiches geführt. „Wir haben im Ort ältere Menschen gefragt. Die haben erzählt, dass sie es noch nie erlebt haben, dass der Teich trocken gefallen ist“, sagte Sprenger.

In den vergangenen Tagen habe es etwas geregnet. Doch bisher sind im Teich nur kleinere Pfützen zu sehen. Außergewöhnlich ist ein weiterer Fund am Grunde des Teichs: ein Zigarettenautomat. Der stammt noch aus der D-Mark-Zeit. Aufgebrochen und vergammelt habe er am Boden gelegen. Jetzt wurde er entsorgt. Ebenfalls ungewöhnlich war ein Kanister, der völlig durchlöchert war. „Es ist aber bekannt, dass Amerikaner sich früher aus Kanistern Flöße gebaut haben, um auf dem Teich rumzuschippern. Doch dieser hier – die Löcher stammen vermutlich von einer Schussreihe, scheint im Teich entsorgt worden zu sein.

Der Teich nach einigen Arbeitseinsätzen: Erst im Sommer trocknete der Teich am Hasunger Berg aus. Jetzt wurde er von Unrat und Schilf befreit.

Mit drei Meter langen Eisenstangen seien die Helfer in die Tiefe gegangen. Dabei sei zum Beispiel nach 50 bis 70 Zentimetern der Kanister entdeckt worden. Aber es seien auch Tiefen von 1,50 bis 1,70 Meter bis zu einem Widerstand gemessen worden. An zwei Stellen sei der Messstab dann gar nicht mehr auf Grund gestoßen.

Der Ortsbeirat wird jetzt zu einer weiteren gemeinschaftlichen Aktion am Teich aufrufen. Helfer sind herzlich willkommen. 

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