Tiernothilfe wurde vor 20 Jahren gegründet: Zu viele Katzen, zu wenig Geld

Seit 20 Jahren im Einsatz für die Tiere: Jutta Zyweck, die die Pflegestelle betreut und Gründungsmitglied Claudia König, im neuen Katzenauslauf der Tiernothilfe. Foto: Ricken

Zierenberg/Breuna. Die 87 Mitglieder der Tiernothilfe im Altkreis Wolfhagen feiern in diesem Jahr 20. Geburtstag - und blicken dabei in eine ungewisse Zukunft.

Monatlich laufen Kosten von rund 1500 Euro auf und die Katzen-Pflegestelle in Zierenberg ist völlig überlaufen.

„Das Fundkatzenproblem ist nach wie vor nicht gelöst. Wir nehmen die Tiere auf und erhalten zu wenig Unterstützung von den zuständigen Kommunen“, klagt Jutta Zyweck, die die Katzen in Zierenberg betreut.

„Wir haben uns nur über Wasser halten können, weil der Verein in den vergangenen Jahren zwei Erbschaften erhielt“, berichtet die Juristin Claudia König, die vor 20 Jahren den Verein mit einer Tierärztin, einer Humanmedizinerin und der Wettesingerin Emma Weise gründete. Wenn sich bis zum Jahresende finanziell nichts tue, müsse man darüber nachdenken, den Verein aufzulösen oder die Arbeit stark einzuschränken. Die Zahl der Katzen sei in den vergangenen Jahren explodiert, dadurch wäre es schwieriger geworden, die Tiere zu vermitteln. Zumal der Verein für Impfung und Entwurmung der Tiere eine Schutzgebühr verlangen müsse. Über 30 Katzen warten derzeit auf ein Zuhause.

„Das Katzenproblem wächst uns über den Kopf, die Kastrationspflicht ist überfällig“, so Jutta Zyweck. Die Mitglieder des Vereins setzten seit Jahren auf Aufklärungsarbeit und Kastration der Streunerkatzen. „Wir haben in den vergangenen vier Jahren 350 Katzen eingefangen und kastriert“, berichtet Zyweck. Ein Kampf gegen Windmühlen, da immer wieder auf den Bauernhöfen kleine Katzen geboren werden oder private Katzenhalter ihre Tiere nicht kastrieren lassen.

Als Emma Weise vor 20 Jahren die ersten Fundtiere bei sich in Wettesingen aufnahm, waren auch noch viele Hunde dabei. Hier habe es seitdem einen Wandel gegeben, Hunde gehörten nur noch selten zu den Schützlingen der Tiernothilfe, sagen die Mitglieder. 16 Jahre kümmerte sich Weise um die Tiernotstelle, vor vier Jahren zogen die Pflegetiere nach Zierenberg um.

Jutta Zyweck hat ihr Haus komplett katzengerecht gestaltet und einen großen Auslauf nach draußen gebaut. Sie arbeitet wie alle anderem im Verein ehrenamtlich. Doch es fehlt an Helfern, die die Tierschutzarbeit aktiv unterstützen. Ebenso an Spenden, um die Kosten für Futter und Tierarzt aufzubringen.

Wer sich über die Arbeit des Vereins informieren möchte, kann dies am kommenden Samstag, 4. Juli, am Zierenberger Neukauf vor Brakens Höhe tun. Dort wird die Tiernothilfe von 10 bis 14 Uhr mit einem Stand vertreten sein. Es gibt auch Kinderangebote, Bratwurst, Waffeln und Kaffee.

Kontakt: Die Tiernothilfe ist telefonisch unter 05606/ 53 47 38 montags bis samstags von 13 bis 18 Uhr erreichbar. E-Mail: tiernothilfebreuna@t-online.de

www.tiernothilfebreuna.de

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