DNA-Analyse für den Vorfall an Ostern in Zierenberg soll Ende Mai vorliegen

Tötete ein Wolf die Lämmer bei Gut Rangen?

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Zwischen Gut Rangen und Zierenberg weidet die Schafherde, die am Ostermontag von einem größeren Tier angegriffen wurde. Sechs Lämmer starben. 

Zierenberg – Bereits am Ostermontag hat ein größeres Tier bei Gut Rangen in der Nähe von Zierenberg sechs Schafe gerissen.Weil nicht ausgeschlossenen werden kann, dass es ein Wolf war, hat das Regierungspräsidium Kassel eine DNA-Analyse in Auftrag gegeben.

Pressesprecher Michael Conrad rechnet Ende des Monats mit einem Ergebnis. Es dauere länger, da das Labor derzeit vermehrt mögliche Wolfsrisse untersuche.

Der betroffene Schafhalter, Erhard Feuring aus Zierenberg, glaubt, dass es ein Wolf war. Er traut einem wildernden Hund das Szenario nicht zu, was er auf seiner Weide vorgefunden hat: Vier Lämmer wurden getötet, zwei weitere erlitten Verletzungen und mussten eingeschläfert werden.

Wie er berichtet, hatte er seine Schafe am Ostersonntag auf der Weide am Laufe der Warme eingefriedet. Am frühen Ostermontag erwartete ihn eine panische Herde und die toten und verletzten Lämmer, die überall auf der Weide verstreut lagen.

„Das Tier hat sie am Hals gewürgt, eins lag am anderen Ufer der Warme und war zum Teil aufgefressen.“ Feuring informierte daraufhin einen Jäger, der den Wolfberater im Regierungspräsidium hinzuzog.

Seitdem hätten die Schafe Angst vor seinen Hunden, berichtet Feuring. Er wisse nicht, wie es weitergehen soll. Höhere Netze seien für ihn kaum zu händeln und auch mit erheblichen Kosten und Mehrarbeit verbunden. Finanzielle Unterstützung wird der Zierenberger im Falle eines Wolfsrisses vermutlich nicht erhalten. Aktuell wird laut Ministerium im Einzelfall geprüft, ob eine Entschädigung gezahlt wird. Allerdings nur, wenn der Tierhalter für ausreichende Sicherung gesorgt hat. Das Hessische Umweltministerium erarbeitet allerdings derzeit ein Förderprogramm.

Arnd Ritter, Berater beim Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen, empfiehlt Tierhaltern als Schutz gegen Wölfe, Zäune komplett unter Strom zu setzen, auch nah am Boden.

In diesem Jahr gibt es in Hessen bisher zwei bestätigte Wolfsrisse Ende März bei Rotenburg und Mitte April bei Fulda. In beiden Fällen soll es sich um Einzelgänger gehandelt haben.

Ein Kommentar zum Thema von HNA-Redakteurin Bea Ricken

Der Wolf ist in der Region angekommen. Punkt. Risse mehren sich und bei zweien ist der Wolf zweifelsfrei identifiziert worden. Auch bei Zierenberg sieht es im Moment ganz danach aus, dass ein hungriger Wolf die Schafherde als leichte Beute ausgewählt hat. Wenn auch der Vorfall verständlicherweise Ängste schürt und für Verärgerung bei den Tierhaltern sorgt, so ist es doch eine erfreuliche Entwicklung für das Ökosystem, wenn das einst von Menschen ausgerottete Raubtier zurückkehrt, genauso wie die Störche. 

Niemand muss Angst haben. Der „böse Wolf“ ist ein Mythos. Spaziergängern weicht ein wilder Wolf aus, nur zahme Tiere können zur Gefahr werden. Weil das Land Hessen die Tierhalter mit ihren Sorgen und Schäden im Regen stehen lässt, steigert sich jedoch die Agression gegen den Wolf, und das ist schade. Gibt es doch effektive Möglichkeiten, die Herden zu schützen. Angesichts der aktuellen Entwicklung sollte ein Programm zügig umgesetzt werden.

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