Becken mit 100.000 Litern Löschwasser

900 Meter Tour durch den dunklen Tunnel: Party an Zierenbergs Mammutbauwerk 

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Mit Bahn-Oli durch die Röhre: Hunderte Besucher nutzten die allerletzte Gelegenheit, den Zierenberger Tunnel vor Inbetriebnahme im Oktober noch einmal von innen zu besichtigen.

Zierenberg. Es kann einem schon ein wenig mulmig werden auf den ziemlich genau 900 Metern, die einen durch die Gebirgstiefen zwischen Zierenberg und Calden-Fürstenwald führen.

Ein paar hundert Meter braucht es, um Licht am anderen Ende des neuen Eisenbahntunnels zu sehen, bis dahin muss man sich mit der kargen Scheinwerferbeleuchtung zufriedengeben. Lukas Crombach findet es „einfach nur cool“, das Mammutbauwerk der Kurhessenbahn beim Tunnelfest am Samstag zu erkunden, und dafür ist er mit seiner Familie extra aus Bad Arolsen gekommen. Das dumpfe Grollen vorbeiratternder Züge, das aus der benachbarten alten Röhre bis rüber in den Neubau schallt, stört ihn nicht, der lange Marsch schon eher: „Hin- und zurück war schon ganz schön weit“, sagt der Neunjährige, „aber es hat sich gelohnt.“

Das finden auch Heidrun Fischer aus Wolfhagen und Wilfried Heide aus Zierenberg, die gemeinsam durch den Tunnel spaziert sind. Nicht mal 20 Minuten haben sie gebraucht, um vom einen Ende zum anderen und wieder zurückzulaufen, 20 Minuten, die sie nicht missen wollen. „Es war ein bisschen dunkel“, sagt Heide, die ansonsten rundum begeistert ist. „Es ist ganz toll geworden, die Ausstattung ist beeindruckend und alles wirkt sehr sicher, vor allem das Becken mit 100.000 Litern Löschwasser, falls es einmal brennen sollte.“ 

Wie Fischer und Heide nutzten hunderte Besucher die wohl letzte Gelegenheit, den Tunnel zu besichtigen. Das wird künftig nicht mehr möglich sein, denn am 11. Oktober wird das rund 30 Millionen Euro teure Bauwerk offiziell in Betrieb genommen, und dann rollen hier täglich an die 100 Züge über die frisch verlegten Gleise.

Konnte sich vor kleinen Bahnfans, die geschminkt werden wollten, kaum retten: die Kasseler Zaubergartenfee und Malerin Ruth Heinemann.

Riesige Partymeile

Dass die Arbeiten seit Baubeginn im Jahr 2014 ohne größere Probleme verlaufen sind, freut auch Hans Martin König, Leiter Infrastruktur der Kurhessenbahn: „Wir sind am Ziel angekommen, und das wollen wir heute mit der Bevölkerung feiern.“ 

Die Baustelle vor dem Tunneleingang haben König und seine Kollegen dafür in eine riesige Partymeile verwandelt, auf der neben einem unterhaltsamen Rahmenprogramm von Live-Musik bis Kinderschminken sowie leckeren Speisen und Getränken vor allem die Ehrengäste Max Maulwurf und Bahn-Oli in Lebensgröße für Begeisterung sorgen und zu begehrten Fotomotiven werden. 

Einmal auf dem Arm der kuscheligen Bahnbotschafter in die Kamera gelächelt, ist garantiert dann auch das mulmige Gefühl vergessen, das der Marsch durch die Gebirgstiefen zwischen Zierenberg und Calden-Fürstenwald vielleicht beim ein oder anderen zurückgelassen hat.

Einmal durch den Tunnel und zurück: Heidrun Fischer aus Wolfhagen und Wilfried Heide aus Zierenberg waren beeindruckt vom Mammutbauwerk.

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