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Mit 84 Jahren leitet Gertrud Degener das Altenheim in Oberelsungen

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Von: Tanja Temme

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Hündin Kiki ist immer dabei: Die Altenheimleiterin Gertrud Degener (rechts) hat stets ein liebes Wort für ihre Bewohner. Hier schenkt sie gerade Gerda Bayer etwas Aufmerksamkeit.
Hündin Kiki ist immer dabei: Die Altenheimleiterin Gertrud Degener (rechts) hat stets ein liebes Wort für ihre Bewohner. Hier schenkt sie gerade Gerda Bayer etwas Aufmerksamkeit. © Tanja Temme

Sie dürfte weit und breit die älteste Leiterin eines Altenheims sein: Gertrud Degener. Mit 84 Jahren ist sie noch Tag für Tag voller Begeisterung in ihrem „Haus Abendfrieden“ aktiv.

Oberelsungen – Wenn Gertrud Degener durch die Flure ihres Altenheims geht, liebevolle Worte und auch Streicheleinheiten an ihre Bewohner verteilt, wird schnell klar, dass Altenpflege für sie mehr als nur ein Job ist. Scheinbar wirkt sich dieses erfüllte Berufsleben wie ein Jungbrunnen aus, leitet die 84-Jährige doch noch immer das Altenheim „Haus Abendfrieden“ in Oberelsungen.

Dass nicht wenige ihrer Heimbewohner sogar jünger als sie selbst sind, überhaupt viele in ihrem Alter in einer Pflegeeinrichtung leben, hat für die rüstige Seniorin überhaupt keine Bedeutung.

Lebensinhalt

„Ich liebe meine Arbeit, sie gibt mir Zufriedenheit und ist mein Lebensinhalt“, sagt sie überzeugt. Sieben Tage die Woche wenigstens acht Stunden täglich ist die Ehlenerin in ihrem „Zuhause“ – wie sie ihre Einrichtung nennt – anzutreffen. Wenn sie nicht gerade administrative Aufgaben erledigt, Medikamente verteilt oder Vitalwerte misst, nimmt sie sich Zeit für ihre „alten Leutchen“, wie sie fürsorglich ihre Klienten bezeichnet.

Gemeinsam singen, etwas vorlesen, miteinander beten oder „hin und wieder ein Küsschen verteilen“, eben mit Zuwendung verschiedenster Art, versucht die Abendfrieden-Chefin ihren Bewohnern zu einer guten Zeit zu verhelfen. Da sie großer Musik-Fan ist, kommen auch Schlager und Co nie zu kurz.

„Richtig Stimmung kommt bei uns auf, wenn Andreas Gabalier gespielt wird“, verrät Degener, „auch sie könne da nicht die Füße still halten, würde mit all den anderen mittanzen und natürlich auch ´I sing a Liad für di‘ laut mitsingen“. Wer der Leiterin über den Weg läuft, wird sie selten allein antreffen, ist doch stets an ihrer Seite ihre Berner Sennen Hündin Kiki: „Neben den alten Menschen sind Tiere mein Leben, aber auch Kinder und Pflanzen gehören dazu“, bringt sie die Dinge auf den Punkt, die ihr am Herzen liegen.

Feierabendausgleich mit Pferden

Tatsächlich dürfen auch die Bewohner in ihrem Heim ihre Haustiere mitbringen, allerdings hätte derzeit niemand eines dabei. In ihrem eigentlichen Zuhause, ihrem Haus in Ehlen, hält die Seniorin noch, zwei Pferde. „Das ist mein Feierabendausgleich, wenn ich zwischen 20 und 21 Uhr heimkomme, kommen die beiden erst mal an die Reihe - Reiten habe ich mir aber seit zwei Jahren abgewöhnt.“ Nicht zu übersehen ist auch, dass sie ein Faible für Pflanzen und Blumen hat, blüht und grünt es doch auf ihrem Grundstück allerorts.

Walnüsse sind ihr Geheimnis

Wie sie es schafft auch im hohen Alter eine Führungsaufgabe zu bewältigen, warum sie noch immer so vital ist, kann sie nicht genau sagen. Nur so viel: „Ich esse jeden Tag mehrere Walnüsse und gönne mir mittags eine Pause.“ Geht es nach Degener, so will sie noch möglichst lange ihr Haus leiten, dass sie vor 29 Jahren übernommen hat. „Und wenn ich selbst nicht mehr kann, dann möchte ich gerne auch hier betreut werden.“ Derzeit leben 21 betagte Männer und Frauen in ihrem Haus. Eigentlich hätten sie 36 Plätze, doch da sie massiven Personalmangel hätten, wäre nicht mehr möglich.  (Tanja Temme)

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